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Eine geologisch-petrographische Exkursion durch Schottland

Schreyer, W.

Kurzfassung

An Hand von Farblichtbildern wurde ein grober Überblick gegeben über die Geologie von Schottland und seine verschiedenen Landschaftstypen, die in klarer Weise vom geologischen Bau beeinflußt sind. Dabei führte die Reiseroute von Süden nach Norden, also von den Southern Uplands in der Nähe der englischen Grenze mit ihrer alpinotyp verfalteten silurischen Sedimentserie durch das breite Midland-Valley bis ins große Gebiet der schottischen Highlands, zu dem geologisch auch die im Westen und Norden vorgelagerten Inselgruppen zu rechnen sind. Das Midland-Valley, das bei weitem am dichtesten besiedelte Gebiet des Landes, ist ein breiter tektonischer Graben, der aus devonisch-karbonischen Sedimenten aufgebaut ist. Kohle tritt nicht nur im Oberkarbon, sondern bereits im Unterkarbon in abbauwürdigen Flözen auf. Näher besprochen wurde der berühmte Lugar-Sill, ein flach liegender, konkordanter, basischer Eruptivgang, der mindestens zwei Magmeneinschübe erkennen läßt, von denen einer ausgezeichnete Schweredifferentiation mit Olivinanreicherung an der Basis des Ganges zeigt. - Über das schwach metamorphe Kambrosilur der Highland-Border-Serie führte der Weg schließlich ins Kristallin der Highlands mit seinen zwei Hauptserien, dem Moinian und dem darüberliegenden und wohl auch jüngeren Dalradian. Während das Moinian einen einheitlichen Komplex aus Quarziten und quarzitischen Glimmerschiefern darstellt, besteht das Dalradian aus einer enormen Vielfalt von Gesteinen: Hier liegt eine primär schon sehr wechselvolle Sedimentserie in den verschiedensten Metamorphosegraden vor, von chloritischen und phyllitischen Schiefern angefangen über solche mit Andalusit, Staurolith, Disthen, Granat und Sillimanit bis zu katazonalen Gneisen und Migmatiten, ja sogar ultrametamorphen anatektischen Graniten. Bezüglich der Faltungsrichtung dieser Gesteine wurde auf Grund vieler, vom Vortragenden selbst während eines viermonatigen Aufenthaltes durchgeführter Messungen dargelegt, daß dieser Teil der Kaledoniden im wesentlichen um zwei mehr oder weniger senkrecht aufeinanderstehende B-Achsen verfaltet ist. Diese liegen beide horizontal, die eine folgt dem kaledonischen NE-Streichen, die andere streicht NW. Beide Achsen können sowohl getrennt in verschiedenen Bereichen auftreten als auch nebeneinander im gleichen Aufschluß, wo sie dann komplizierte Faltenvergitterungen hervorrufen. Sie werden als gleichalt bezeichnet und auf Einengung aus zwei senkrecht aufeinanderstehenden Hauptrichtungen des Verformungsplanes zurückgeführt.