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Zur Geologie des Stockheimer Rotliegend-Beckens

Stephan, W.

Kurzfassung

Das neuerdings wieder rege gewordene Interesse an der Rotliegend-Steinkohle des Stockheimer Beckens veranlaßte die Durchführung mehrerer Tierbohrungen und anderer Untersuchungsarbeiten. Dabei wurde ein vollständiges Kernprofil des Rotliegenden gewonnen sowie zahlreiche gekernte Teilprofile und Profilaufnahmen von Untertageaufschlüssen. Der Versuch, die Schichtfolge richtig einzustufen und übersichtlich zu gliedern, führte zu folgender Übersichtsgliederung: Am deutlichsten ist der Schnitt zwischen der oberen und der mittleren Folge, denn über ihm treten erstmals und ganz überwiegend Gesteine auf, die in der Verteilung der Korngrößen und in ihrer teilweisen groben Schrägschichtung von den älteren Rotliegend-Gesteinen abweichen und eigentlich mehr den bunten Sandsteinen des Mesozoikums ähnlich sind. Die erheblichen Mächtigkeitsunterschiede des Sandsteinkomplexes in den einzelnen Schollen gehen vielleicht auf stärkere synsedimentäre Teilbewegungen zurück. Farbunterschiede sind für die beiden tieferen Folgen kennzeichnend. Die Gesteine der mittleren Folge sind heller rot, die entsprechenden der unteren Folge dagegen dunkler rot, ja meist nahezu violett. Auch sonst ist die untere Folge weitaus farbfreudiger, bunter als die mittlere Folge. Darin drückt sich die zunehmende Verarmung des Rotliegenden in fazieller Hinsicht aus. Zudem bleibt der Vulkanismus im Stockheimer Becken auf die untere Folge beschränkt, so daß auch von dieser Seite das Bild nicht mehr belebt wird. Fanglomerate treten in der unteren und mittleren Folge auf, gehäuft und besonders mächtig am Südwest-Rand des Beckens. H. LORETZ und Ch. V. LEE haben an Hand von verschiedenen Fanglomerathorizonten das Rotliegende gegliedert. Da ihre Gliederung jedoch nicht bei den Bohrprofilen und im weiten Teil des Beckens brauchbar ist, so mußte eine neue Basis für die weitere spezielle Bearbeitung gewählt werden.