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Alte und neue Mammutfunde aus Westfalen

Siegfried, P.

Kurzfassung

Aus einer Übersichtskarte der Fundpunkte von Mammutknochen und -zähnen in Westfalen ergibt sich eine Häufung der Funde in den Flußtälern der Weser, Ems, Lippe und Emscher, nicht aber der Ruhr. Weitere Funde, die vor allem beim Bau der Schiffahrtskanäle und der Autobahn gemacht wurden, erweisen die sehr weite Verbreitung von Mammutresten im nördlichen Westfalen. Eingehender behandelt werden die ± vollständig erhaltenen Schädelfunde des Mammonteus primigenius von Lippramsdorf, Hüls und Windheim a. d. Weser sowie des Parelephas trogontherii von Gelsenkirchen. Der Schädel des M. primigenius zeigt in der Ontogenese ein positiv allometrisches Wachstum des Schädeldaches, was sich aus dem Verhältnis von Schädelhöhe zu Schädeltiefe ergibt. Die hieraus errechnete Indexzahl reicht von 1,05 bei infantilen bis zu 1,36 bei senilen Individuen. Dagegen zeigt der einzige bekannte Schädel des P. trogontherii von Gelsenkirchen bei einem adulten Individuum den Schädelindex 1,09. (Eine ausführliche Beschreibung des Schädels von Parelephas trogontherii erfolgt in der Paläontologischen Zeitschrift)