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Zur Paläogeographie des niederrheinischen Zechsteinbeckens

Teichmüller, R.

Kurzfassung

Eine Hochbohrung in der Steinkohlengrube Friedrich-Heinrich bei Kamp-Lintfort am linken Niederrhein erschloß kürzlich ein vollständiges Profil durch den Zechstein 1. Er ist hier fast rein mergelig entwickelt und außerordentlich reich an Fauna (vgl. Vortrag MALZAHN) und Mikroflora (vgl. Vortrag GREBE). Beckenwärts verzahnen sich diese marinen Mergel mit Anhydriten, die ihrerseits im Kern des Salinars von Salzen vertreten werden. Randwärts stellen sich am Südostrand des Beckens Riff-Dolomite, am Südwestrand daneben auch rote, sandige Sedimente ein. Dadurch, daß sich Plattendolomit und Braunroter Salzton einerseits und der Kupferschiefer andererseits in fast allen Salz- und Kohlen-Bohrungen nachweisen lassen, kann an dem raschen Fazieswechsel im Zechstein 1 hier kein Zweifel sein. Das dichte Bohrnetz erlaubt den Fazieswechsel genauer zu verfolgen, als das sonst meist möglich ist. Die Mächtigkeit der dolomitisch-mergeligen Randfazies sinkt beckenwärts von 80 auf 10 m. Die Anhydrit-Umwallung wird maximal 50-80 m mächtig und läßt sich fast rings um das niederrheinische Sälzbecken verfolgen. In diesem erreichen die Salzablagerungen eine primäre Mächtigkeit von etwa 200 m. Sie ist tektonisch gelegentlich verdoppelt. Die übertiefte niederrheinische Lagune, die in der Fortsetzung der N-S-Senke der Eifel liegt, war vom Vorbecken im Norden durch eine Schwelle getrennt. Das Beckentiefste der niederrheinischen Lagune verlagerte sich nachweislich nach Norden. Dieser Befund spricht gegen die Annahme eines präexistenten Hohlraumes, der allmählich mit Salz aufgefüllt wurde.