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Zur Zechsteinfauna des Niederrheingebietes; eine vorläufige Mitteilung über die Bohrung Friedrich Heinrich 57 bei Kamp-Lintfort

Malzahn, E.

Kurzfassung

Die vorläufige Bearbeitung der fortlaufend gekernten Bohrung Friedrich Heinrich 57 hat eine reiche Fauna geliefert. Diese wurde bearbeitet und der vertikale Verbreitungsbereich aller bestimmten Arten tabellarisch erfaßt. Nach der pelitischen Phase setzt in den unteren Horizonten der karbonatischen Phase die Fauna recht zögernd ein, und erst in ihren höheren Teilen ist sie sehr individuenreich, aber artenarm. An einer scharfen Grenze hören schlagartig alle Faunenglieder und die optimalen Lebensbedingungen auf, und die einsetzende sulfatische Phase ist in ihren gipsführenden Gesteinen vollkommen fossilfrei. Ein vergleichbar ähnliches Verhalten zeigt die Mikrofauna. Die Verteilung der Fauna erlaubt für eng begrenzte Gebiete eine stratigraphische Gliederung der Schichten der karbonatischen und der sulfatischen Phase. Neue Funde von Brachiopoden, Echinodermen, Crustaceen, Phyllopoden, Ophiuren und Anneliden werden kurz besprochen. Die Fauna hat ein englisches Gepräge und bestärkt die Annahme FREBOLDS von der Herkunft der Zechsteintransgression aus dem skandischen Raum.