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Typen tertiärer Basalttuffe im Raum des Habichtswaldes und ihre Lagebestimmungen

Hentschel, Hans

Kurzfassung

Die von SCHLOSSMACHER (1911) durchgeführte petrographische Gliederung der Basalte des Habichtswaldes (in Feldspatbasalt, basaltoiden sowie shonkinitischen Trachydolerit, ferner in Nephelinbasalt, Limburgit und 3 Dolerittypen) hat wegen des regionalen Auftretens der unterschiedenen Basalte in getrennten Räumen diesen Autor zu der Auffassung geführt, die Tuffe ließen sich in der gleichen Weise übereinstimmend mit den einzelnen Basalttypen petrographisch gliedern. Die überwiegend glasig zusammengesetzten juvenilen Tuff-Fragmente lassen aber eine Zuteilung der Tuffe zu diesen Basalttypen nicht zu, da sie nur Frühausscheidungen enthalten und die sonst spätgebildeten Minerale (die Feldspäte vor allem) latent in der Glasphase geblieben sind, letztere Minerale aber von SCHLOSSMACHER i. w. als Gliederungsfaktor für die Basalte benutzt wurden. An diesem Umstand ist auch der von BERNS (1915) im Sinne SCHLOSSMACHERS begonnene Versuch einer petrographischen Tuffgliederung gescheitert. Die Tuffe dagegen nach nichtjuvenilem basaltischen Altmaterial zu gliedern, das sie enthalten, widerspricht einer sinnvollen genetischen Gliederung, wenn diese auch vielleicht zu einer besonderen Beleuchtung der KLÜPFELschen Vorstellung von dem vorbasaltischen Alter der Tuffe in ihrer Gesamtheit führen mag. Für das Gebiet nicht nur des Habichtswaldes, sondern für ganz Nordhessen, hat LEINHOS, ein Schüler W. KLÜPFELs (1952), eine geologische Gliederung der Tuffe versucht (ungedruckte Diplomarbeit Marburg). Er unterschied (basale) Feintuffe, (chaotische) Schlammstrom-Tuffe (das sind solche mit Transportmerkmalen), geschichtete und homogene Massentuffe (ohne Transportmerkmale), Schlot- bzw. schlotnahe Tuffe und Daug. Mit letzterem Ausdruck werden von LEINHOS schlackige Gesteine verstanden, bei denen (im Falle eingeschränkter Aufschlußverhältnisse) nicht sicher unterschieden werden kann, ob ein tuffähnliches Gestein, wie Schweiß- und Wurfschlacken oder Aa-Lava (Koks-Lava), vorliegt. So oder so entstanden ist Homogenität des schlackigen Materials eine gemeinsame charakteristische Eigenschaft dieser Gesteine. Der E-Hang des Seebergs, nahe dem Herkules, weist z. B. diesen besonderen Gesteinstyp auf.