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NACHRUF für WILHELM DE LA SAUCE

Oberste-Brink, Karl

Kurzfassung

In einer ergreifenden Trauerfeier im Hause der Ruhrkohle in Essen nahm am 28. Juli 1955 neben den Angehörigen eine große Gemeinde aus den Kreisen des Bergbaus, der Geologie und der Mineralogie Abschied von dem Ehrenmitglied der Deutschen Geologischen Gesellschaft, Dr.-Ing. WILHELM DE LA SAUCE. WILHELM DE LA SAUCE wurde am 1. April 1882 zu Kedabek im Kaukasus geboren, wo sein Vater MARTIN DE LA SAUCE im Dienste der Firma Gebr. Siemens Maschineningenieur und Leiter der Kupferhütte war. Drei Jahre später kehrte der Vater nach Berlin zurück, wo der Sohn das Friedrich-Wilhelm- und anschließend das Luisen-Gymnasium besuchte, an dem er im Jahre 1900 das Abitur bestand. Daran schloß sich eine praktische Lehrzeit als Bergbaubeflissener auf der Kupfergrube Kedabek und auf oberschlesischen Steinkohlen- und Bleizinkerzgruben an. 1902 begann DE LA SAUCE sein Studium an der Bergakademie und Universität zu Berlin, das er jedoch noch in demselben Jahre unterbrach, um beim 4. Garderegiment zu Fuß seiner Militärpflicht zu genügen. Im Anschluß daran nahm er sein Studium wieder auf, wobei er sich besonders bei den Professoren BEYSCHLAG, SCHEIBE, RAUFF und KRUSCH dem Studium der Geologie und Mineralogie widmete. Im Jahre 1906 bestand er die Bergreferendar-Prüfung. Seine Ausbildung für den höheren Staatsdienst schloß er im Jahre 1910 mit der Bergassessor-Prüfung ab. Nach einer Betätigung als bergmännischer Sachverständiger und Geologe im Kaukasus, in der Krim und der asiatischen Türkei übernahm DE LA SAUCE im Jahre 1912 im Staatsbergbau zu Saarbrücken die Leitung der Versuchsstrecke in Neunkirchen an der Saar. Am ersten Weltkrieg nahm er als Leutnant und Oberleutnant in den ersten Jahren an der Front teil; vom Jahre 1916 ab wurde er zunächst als Revierbeamter im damaligen Generalgouvernement Warschau eingesetzt und war dann bis zum Kriegsende als Hauptmann d. R. im Kriegsministerium tätig.