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NACHRUF für FRITZ DAHLGRÜN

Schriel, Walter

Kurzfassung

Aus einem Leben voller Schaffenskraft und Erfolge wurde am 23. Dezember 1954 der Ordinarius für Geologie und Paläontologie an der Bergakademie Clausthal, Fritz DAHLGRÜN, kurz nach Vollendung seines 60. Lebensjahres durch den Tod in die Ewigkeit abgerufen. Noch wenige Tage vorher war es mir vergönnt, mit ihm in alter Frische Probleme der Harzgeologie, die ihn bewegten, zu diskutieren. Fritz DAHLGRÜN wurde am 3. September 1894 in Hameln an der Weser als erstes Kind des Beeidigten Bücherrevisors Wilhelm DAHLGRÜN und seiner Ehefrau Charlotte, geb. SPREINE, geboren. Von Ostern 1901 bis 1903 besuchte er die Vorschule und von 1904 bis 1913 das Gymnasium in Hameln, das er Ostern 1913 mit dem Zeugnis der Reife verließ, um Naturwissenschaften, speziell Geologie, an der Landesuniversität Göttingen zu studieren. Bei Kriegsausbruch 1914 meldete er sich als Kriegsfreiwilliger beim Infanterieregiment in Hameln und machte im Herbst 1914 und Frühjahr 1915 die Stellungskämpfe in Frankreich mit. Bei einem Angriff auf die Combreshöhen geriet er in Gefangenschaft. Seine ersten Erfahrungen mit der "Praktischen Geologie" machte er als Kriegsgefangener, wo er beim Streckenvortrieb eines Stollens bei Marseille mit dem Bohrhammer eingesetzt wurde. Ende Juni 1917 wurde er im Kriegsgefangenenaustausch nach der Schweiz entlassen. Kurz vor Schluß des Krieges kehrte er nach Deutschland zurück, um seine Studien in Göttingen wieder aufzunehmen. Hier trafen wir uns im Geologischen Institut wieder, und von da an sollte uns beinahe zwei Jahrzehnte der Lebensweg gemeinsam zu gleichen Zielen führen. Als Schüler seines verehrten Lehrers STILLE promovierte F. DAHLGRÜN am 10. März 1921 mit dem Thema "Tektonische, insbesondere kimmerische Vorgänge im Mittleren Leinetal" mit dem Prädikat "sehr gut". Nur kurze Zeit war er in Göttingen am Geologischen Institut als Assistent tätig. Schon im Mai 1921 trat er als Geologe in die Preußische Geologische Landesanstalt ein. Auch hier hatten wir beide für ein Jahrzehnt dasselbe Dienstzimmer inne. Nach kurzer Arbeitstätigkeit im Mesozoikum des Leinetales erfolgte auf Empfehlung des damaligen Landesgeologen G. FLIEGEL beim Präsidenten der Preuß. Geologischen Landesanstaslt seine Einweisung als Geologe in den Harz. Hier entstand sein Lebenswerk.