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Zur Entstehung der Eisenoolithe im Schwäbischen Jura

Aldinger, Hermann

Kurzfassung

Wenn man die Ausbildung und Verbreitung der Eisenoolithe im schwäbischen Jura überblickt, dann ergeben sich einige Feststellungen, die für die Frage nach der Herkunft des Eisens und der Art seines Transports an den Ort der Oolithbildung von Bedeutung sind. Die bauwürdigen Vorkommen und Lagerteile sind zwar entweder in Küstennähe oder in Schwellengebieten entstanden, die Eisenoolithbildung selbst ist jedoch nicht auf Küstennähe oder Flachwasser beschränkt, sie reicht weit in das Becken hinein. Manche eisenoolithischen Horizonte haben, trotz geringer Mächtigkeit, riesige horizontale Verbreitung; zu gewissen Zeiten (Unterer Dogger, Macrocephalus-Zone) scheinen im ganzen süddeutsch-schweizerischen Meeresgebiet Oolithe gebildet worden zu sein. Die Ooide sind in der Phase der mechanischen Anreicherung des Eisens noch kürzere oder längere Wege transportiert worden, aber ein Transport von der Küste als Ort der Ooidentstehung in die tieferen Beckenteile hinein kommt für die z.T. plastischen Ooide nicht in Frage. Es war also auch weit im Jurabecken drin die Möglichkeit zur Oolithbildung gegeben. Mit anderen Worten: auch mitten im Becken müssen Lösungen vorhanden gewesen sein mit so hoher Konzentration an Eisen und Kieselsäure bzw. Tonerdesilikat, daß sie das Material für die Ooide liefern konnten. In Meerwasser mit normalem pH-Wert und Redoxpotential sind nun aber derartig konzentrierte Lösungen nicht beständig und können vor allem nicht über mehr als 100 km wandern. Aus den minimalen Eisengehalten des Wassers der heutigen Meere könnten sich eisenreiche Ablagerungen nur abscheiden, wenn die Sedimentation von Detritus äußerst langsam vor sich ginge, also etwa nach Art der Eisenmangankonkretionen der Tiefsee. Der Chemismus der Oolithe müßte aber dann dem der Eisenmangankonkretionen entsprechen, was nicht der Fall ist. Auch die Zusammensetzung der Kieslinse im Lias beta von Brome, mit ihrem hohen Gehalt an Zink und Blei spricht gegen diese Art der Eisenfällung und deutet auf andere Quellen für das Eisen.