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Zur Entstehung der Eisenerzlagerstätte im Braunjura beta von Geislingen

Werner, Friedrich

Kurzfassung

Die Geislinger Lagerstätte besteht aus einem Oolithflöz von langgestreckter Form und gleichmäßig differenziertem petrographischem Aufbau. Sie ist eng verwandt mit anderen Erzanreicherungszonen des Oberen Braunjura beta Ostwürttembergs und der Oberpfalz. Die durchgeführten Untersuchungen, über die berichtet wird, befaßten sich hauptsächlich mit Sedimentation und Diagenese des Geislinger Flözes. 1. Zur Sedimentation des Flözes Die langgestreckte Form des Flözes wird am sinnfälligsten durch das Verhalten von Fe-Gehalt und Mächtigkeit angezeigt. Ein dichtes Netz von Schlitzproben der Grube Karl/Geislingen ermöglichte die Konstruktion einer Karte mit Linien gleichen Fe-Gehalts (Abb. 1). Die Prüfung der unterteilt entnommenen Schlitzproben an Hand der Profile ergibt, daß der Fe-Gehalt jeweils von dem Mengenverhältnis zweier verschiedener Erztypen an der betreffenden Stelle abhängig ist. Da deren Differenzierung, wie die Beobachtung lehrt, diagenetisch erfolgt ist (s. u.), die Karte aber über die primäre, also sedimentäre Verteilung des Eisens Aufschluß geben sollte, wurde diese außerdem dem Zufall unterworfene Beeinflussung der Schlitzprobenwerte durch ein Mittelungsverfahren ausgeschaltet. Die Karte zeigt eine mehr oder weniger symmetrische Anordnung der Fe-Isolinien zu einer entlang des Maximums ziemlich geradlinig NE verlaufenden Achse. SiO2-Analysen (weit weniger zahlreich) zeigen dasselbe Bild in reziprokem Sinne, ebenso scheinen die Ooidkorngrößen in geringem Maße nach diesem zonaren Schema sortiert zu sein. Die CaO-Gehalte sind dagegen mehr oder weniger gleichbleibend bzw. unregelmäßig schwankend im ganzen Grubenbereich. Nach diesen Ergebnissen und bei Kenntnis des mikroskopischen Bestands ist die Fe-Verteilung auf das Mengenverhältnis Ooide: Quarzkörner zurückzuführen, also Effekt einer empfindlichen und - wie die vertikale Unterteilung der Fe-Bestimmungen beweist - während der ganzen Sedimentation konstant bleibenden Sortierung.