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Stratigraphie der Eisenerzflöze des Braunen Jura Beta in Württemberg

Groschopf, Paul

Kurzfassung

Die oolithischen Eisenerzvorkommen, besonders die abbauwürdigen Erzflöze, sind in Württemberg auf den unteren Dogger beschränkt. Diese Ablagerungen, die nach QUENSTEDTS Einteilung als Personaten- oder Eisensandstein = Braun Jura Beta bezeichnet werden, decken sich ungefähr mit OPPELS Murchisonae-Schichten bzw. den Ludwigienschichten des "Oberen Aalénien" nach der international gebräuchlichen Nomenklatur. Im Gebiet von Baden-Württemberg ist dieser Schichtenstoß äußerst wechselvoll ausgebildet, sowohl in der Vertikalen wie in der Horizontalen. Dies ist zum Teil auf primäre Faziesunterschiede, zum Teil auf Wiederaufarbeitung schon gebildeter Sedimente zurückzuführen. Es ist daher sehr schwer, trotz des verhältnismäßig eng begrenzten Gebietes, eine durchgehend verfolgbare, eindeutige Unterteilung aufzustellen. Erschwerend ist noch das äußerst spärliche Auftreten von Makro- und Mikroleitfossilien. Während es im Südwesten des Gebietes noch möglich ist, eine Zonengliederung nach Ammoniten durchzuführen, die sich weitgehend an die in Norddeutschland übliche anlehnt (s. Abb. 1, Profil Balingen), ist dies im Nordosten des Gebietes bis jetzt nicht mit Sicherheit gelungen, da in diesen Ablagerungen Ammoniten so gut wie ganz fehlen. Der Ausweg, die Aufgliederung und den Schichtvergleich nach petrographischen Merkmalen vorzunehmen, ist andererseits nur wieder in den östlichen Teilen des Landes gangbar. In den hier vorwiegend sandig ausgebildeten Schichten sind einzelne Sandsteinbänke eingelagert, die bei genauem Profilvergleich von einem Ort zum andern wieder erkannt werden können. Erfolgversprechend ist diese Methode allerdings nur, wenn die frischen unverwitterten Sandsteine und Erzflöze zur Verfügung stehen. Erfreulicherweise wurden durch die rege Bohr- und Bautätigkeit in den vergangenen Jahren zahlreiche durchgehende Profile neu erschlossen, so daß eine Revision und Korrelation der alten möglich wurde.