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Der Bildungsraum der Oberkreide-Erze von Peine und seine tektonische Anlage

Waldeck, Harald

Kurzfassung

Einleitung Zur Klärung der Frage, wie die von VOIGT (1932) zuerst vermutete Abhängigkeit der Verbreitung von Eisen-Trümmererzen in der transgredierenden Oberkreide des Peiner Gebietes von tektonischen Vorgängen methodisch erfaßbar und nachweisbar sei, wurden folgende Untersuchungen ausgeführt: Die unter der transgredierenden Oberkreide zwischen Peine und Gr. Bülten anstehenden Unterkreide-Tone wurden in allen zugänglichen Aufschlüssen und den neuen Erzbohrungen mit Groß- oder Kleinfossilien altersmäßig eingestuft, um unter Einbeziehung der Angaben älterer Bohrregister eine Karte des Untergrundes des transgredierenden Santon zu entwerfen. Das von den drei großen Lagerstätten des Peiner Eisenerz-Gebietes am besten aufgeschlossene Lager von Bülten-Ilsede wurde faziell aufgenommen, um an dessen Aufbau nach Möglichkeit klarzustellen, wie weit Ausbildung und Verbreitung des Erzes tektonisch bedingt sind. Um Hinweise auf die Erzgerölle liefernden Unterkreide-Horizonte zu erhalten, wurden die in den Peiner Eisenerzen auf sekundärer Lagerstätte gefundenen Unterkreide-Fossilien bearbeitet. Folgende Ausführungen behandeln in gedrängter Form die tektonische Anlage des Bildungsraumes der Peiner Oberkreide-Erze im Gebiet nördlich des Ilseder Salzstockes. Im südlich anschließenden Gebiet sind die Untersuchungen noch nicht abgeschlossen. Eine ausführliche Abhandlung soll demnächst in den "Mitteilungen aus dem Geologischen Staatsinstitut in Hamburg" erscheinen. 1. Die Eisen-Trümmererz-Lagerstätten der Oberkreide im Peiner Gebiet Das transgredierende Santon ist gewöhnlich frei von bauwürdigen Eisenerzen. Nur zwischen Gr. Bülten und Gr. Ilsede (Lager von Bülten-Ilsede), bei Peine (Lager von Peine) und zwischen Lengede-Broistedt und Barbecke (Lager von Broistedt-Barbecke) sind in diesem Horizont bauwürdige Eisen-Trümmererz-Lagerstätten bekannt. Das Lager von Peine liegt im Stederdorfer Graben.