Original paper

Bohnerze im nördlichen Oberrheingebiet

Bartz, Joachim

Kurzfassung

Bohnerze sind im nördlichen Oberrheingebiet weit verbreitet. Sie finden sich insbesondere in den Gebieten sehr häufig, wo Kalksteine den Untergrund bilden. So liegen links des Rheins Bohnerze in großer Verbreitung auf den untermiozänen Kalken Rheinhessens; rechts des Rheins sind im Kraichgau und im Grenzgebiet Odenwald/Bauland zahlreiche kleine Vorkommen bekannt, die vorwiegend an die Schichten des Muschelkalks gebunden sind. Im Grenzgebiet Odenwald/Bauland sind im Landkreis Mosbach bei Sulzbach und Mittelschefflenz bis in die Mitte des vorigen Jahrhunderts Bohnerze gegraben und - worauf der Name "Schmelzhof" hindeutet - wohl zeitweise auch verhüttet worden. Heute ist in der Umgebung der alten Tagebaue nur noch eine Bohnerzstreuung, z. T. vermischt mit ortsfremden Geröllen, zu beobachten, die darauf hindeuten, daß auch die Bohnerze wohl weitgehend umgelagert sind. Die Bohnerzvorkommen im Kraichgau wurden vor allem in der Mitte des 18. Jahrhunderts abgebaut. Es handelt sich auch hierbei vorwiegend um umgelagerte Bohnerze, die an der Basis der Lößlehme in Schuttbildungen oder altpleistozänen Bachablagerungen angereichert sind. In Rheinhessen sind Bohnerze auf den Hochflächen weit verbreitet. Sie wurden insbesondere in den Jahren 1850 bis 1870 auf dem Westerberg, Wißberg und Kloppberg, bei Gau Heppenheim und Heßloch rege abgebaut. Nach den vorliegenden Untersuchungen handelt es sich bei diesen Bohnerzen vorwiegend um Bohnerze auf primärer Lagerstätte, die in fetten bis feinsandigen Tonen von gelben und braunen Farben mehr oder weniger angereichert sind. Die Tone sind als Denudationsprodukte der liegenden untermiozänen Kalke und Mergel zu betrachten, die vermutlich mit Verwitterungsbildungen, die aus Hunsrück und Pfälzer Bergland zugeführt wurden, in flachen Vertiefungen auf den Plateauflächen abgelagert wurden. Die Bohnerze haben sich in diesen Tonen gebildet. Je reiner die Tone vorliegen, desto besser ist der schalige Aufbau der Bohnerze ausgeprägt, mit zunehmendem Feinsandgehalt der. Tone geht er zurück, stärker feinsandige Partien liegen als Eisenschwarten vor.