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Stratigraphie der Brauneisenooid- und Glaukonitgesteine des Callovien und Oxfordien bei Blumberg (Südbaden)

Zeiss, Arnold

Kurzfassung

Nachdem durch die Abbautätigkeit der ehemaligen Doggererz-AG. im Gebiet von Blumberg (Südbaden) kurz vor dem letzten Krieg zahlreiche neue Aufschlüsse in den Schichten des Callovien und Oxfordien entstanden waren, befaßten sich seit 1941 mehrere Autoren mit der stratigraphischen Gliederung dieser Schichten. Die Ergebnisse ihrer Untersuchungen waren indes so widerspruchsvoll, daß sie sich für eine v. Verf. 1952 begonnene Bearbeitung der Hecticoceraten des Blumberger Mittel- und Ober-Callovien nicht eigneten. Es war deshalb notwendig, die betreffende Schichtfolge einer Neubearbeitung zu unterziehen. Auf Wunsch von Herrn Prof. Dr. H. ALDINGER wird nachstehend kurz über die Ergebnisse dieser Untersuchungen berichtet. Herrn Prof. Dr. H. ALDINGER danke ich bestens für seine freundliche Aufforderung zu diesem Referat. Die Grundlagen für die nunmehr erfolgte genaue Schichtgliederung des Callovien und Oxfordien bildeten die jahrelangen Fossilaufsammlungen von Herrn Dipl.-Ing. H. ZIERGIEBEL und eine Aufnahme der Profile am Stoberg und am Eichberg. Hinzu kamen eigene Grabungen in den Glaukonitsandmergeln des Unter-Oxfordien: es konnten drei bisher fast unbekannte Cardioceraten-Faunen horizontmäßig festgestellt und aufgesammelt werden. Die vorgenommene Neubearbeitung ergab folgendes: I. Das Callovien liegt in einer brauneisenoolithischen Mergel- und Kalksteinfazies vor; in den oberen Bereichen spielen Phosphoritbeimengungen eine Rolle. Auch Glaukonit tritt vom Violetten Erzlager an als Beimengung mehr oder weniger stark in Erscheinung. Es konnten sämtliche Zonen des Callovien durch Fossilien belegt werden. 1. Das untere Unter-Callovien bildet das Rote Erzlager mit der Macrocephalenbank (THÉOBALD & MAUBEUGE 1949, SAUER 1953). Das mittlere Unter-Callovien wird durch die eindeutigen Leitformen Kepplerites gowerianus, Proplanulites subcuneiformis und Parapatoceras distans macrocephalum im Blaugrauen Erzlager nachgewiesen. In das obere Unter-Callovien ist auf Grund der Faunenzusammensetzung das Violette Erzlager zu stellen.