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Über die Entstehung norddeutscher Raseneisenerze

Werner, H.

Kurzfassung

Als Raseneisenerz wird nur das stückige, oxydische Erz bezeichnet. Es findet sich in den großen Sandgebieten westlich der würmeiszeitlichen Moränen, und zwar in Lagern bis 50 cm Mächtigkeit, in kleinen Senken und am Rande von Flachmooren, immer in Gebieten mit gebleichten Böden. Das Liegende ist Sand, das Hangende. Anmoor von maximal 30 cm Mächtigkeit. Die Lager erreichen eine Größe von 10 000 m2. Nach der Pollenanalyse ist zumindest ein Teil im ersten vorchristlichen Jahrtausend entstanden. Das Eisen entstammt gebleichten Böden in der Umgebung der Lagerstätten, es ist mit dem Sickerwasser zu Tage getreten und als Hydroxyd gefällt worden. Für die Entstehung im offenen Wasser spricht auch das massenhafte Auftreten von Flagellatenzysten. Der Eisengehalt, der 76% Fe2O3 erreicht, ist in der Mitte der Erzlager am höchsten, nach den Rändern nehmen Mangan und Kieselsäure zu. Bei der Kieselsäure handelt es sich um eingespülten Sand, während das Mangan auf Grund seiner schweren Oxydierbarkeit an den besser durchlüfteten Randpartien der ehemaligen Tümpel leichter oxydiert und gefällt werden konnte.