Original paper

Tektonische Stockwerke im Bau des mittleren Emslandes

Schreiber, Alfred

Kurzfassung

A. Einleitung Die Vorstellung von einer vertikalen Gliederung der höheren Erdkruste in Einheiten, die sich nicht nur in Sediment und Tektonik voneinander unterscheiden, sondern oft auch einen charakteristischen Baustil aufweisen, beruht letztlich auf den bekannten Arbeiten von Herrn Prof. STILLE und seiner Schule über die Episodizität der Gebirgsbildung mit all den damit zusammenhängenden Fragen und hat eine ziemlich allgemeine Verbreitung gefunden. Im Zuge dieser Entwicklung hat sich die Bezeichnung "Stockwerk" für einen nach oben meist von einer markanten Transgression mit Diskordanz begrenzten Krustenteil immer mehr eingebürgert, und in Anlehnung an das allbekannte Ergebnis jener Forschungen scheint es berechtigt zu sein, beispielsweise von einem variszischen, prärhätischen, präportlandischen, präkretazischen, präalbischen und prätertiären Stockwerk zu sprechen, wie es ja häufig auch schon geschieht. Dementsprechend gliedert sich das am westlichen Rand des Niedersächsischen Beckens gelegene Emsland von unten nach oben in Stockwerkeinheiten, und es sollen im Rahmen einer gedrängten Übersicht über die Stockwerkfolge und ihre Tektonik einige neue Beobachtungen dargelegt werden, die sich vornehmlich im präalbischen und prätertiären Stockwerk des mittleren Emslandes ergeben haben. Herrn Direktor Dr. ROLL von der Gewerkschaft Elwerath und Herrn Dr. BRINKMEIER, dem Leiter der Geophysikalischen Abteilung, möchte ich für die Unterstützung der durchgeführten Arbeiten danken. Besonderen Dank schulde ich Herrn Dipl.-Phys. NODOP für seine kundige Hilfe bei der oft recht schwierigen Auswertung der reflexionsseismischen Messungen. Die an den Konzessionen im Emsland beteiligten Erdölfirmen, die C. Deilmann GmbH., die Deutsche Schachtbau- und Tiefbohrgesellschaft mbH., die Gewerkschaft Elwerath, die Internationale Tiefbohr-KG., die Preußische Bergwerks- und Hütten-AG. und die Wintershall AG., gaben freundlicherweise ihre Genehmigung zur Benutzung des reflexionsseismischen Materials und zur Veröffentlichung der Bohrungsdaten.