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Das Vorkommen von permokarbonischen Fusulinenkalken im Westpatagonischen Archipel und seine paläographische und paläoklimatologische Bedeutung

Gerth, H.

Kurzfassung

Eingehendere geologische Untersuchungen der "Empresa Nacional de Petroleo" Chile auf den Inseln des westpatagonischen Archipels führten 1953 zur Entdeckung von Fusulinen in Kalken, die am Seño Eleuterio im S der Madre de Dios Insel anstehen. 1955 hat CECIONI ausführlicher über dieses interessante Vorkommen zwischen 50° und 50° 30' s. Br. berichtet. Die Kalke setzen sich von der Südküste der Madre de Dios Insel auf die beiden südlich vorgelagerten Inseln Tarlton und Guarello fort, die durch einen schmalen Meeresarm, den Seño Eleuterio, getrennt werden, der in die Fusulinenkalke eingeschnitten ist. Fusulinen fanden sich vor allem in den mächtigen Kalken, in einigen zentimeterdicken Lagen angehäuft, am Co. Roberto (50° 22' s. Br.) auf der Guarello Insel. Sie wurden von R. K. HOLLINGSWORTH untersucht, der die aus dem unteren Teil des Kalkes stammenden Formen als Eoschubertella, Fusulina-Fusulinella und die aus dem oberen Teil stammenden als Schwagerina und Triticites bestimmt hat. Sie weisen auf eine Vertretung des höchsten Oberkarbon und tiefsten Perm (Sakmara). Auf die Kalke folgen gegen E mächtige Serien von Glimmerschiefern und Quarziten sowie Schiefem mit Lyditen, die wahrscheinlich das ältere Paläozoikum vertreten, und gegen E mit den kristallinen Gesteinen der Zentralzone der Patagonischen Kordillere in Kontakt treten. Diese bestehen im S vor allem aus ausgedehnten Granitplutonen jungmesozoischen Alters, zwischen denen aber in nach N zunehmendem Maße auch ältere Gesteine, Glimmerschiefer, Gneise und Granite von offenbar vorpaläozoischem Alter auftreten. Die kristalline Zone wird im E und W von einer Zone mehr oder weniger metamorpher Schiefer begleitet. In der östlichen Schieferzone war das Vorkommen von Paläozoikum schon vor längerer Zeit durch einen Ulodendron ähnlichen Pflanzenrest, den FERUGLIO am Lago San Martin gefunden hatte, wahrscheinlich geworden. Auf die östliche Schieferzone folgt am Ostrand des Gebirges eine mesozoische Sedimentzone, die von marinen oder terrestrischen Ablagerungen der Kreide und des Oberjura gebildet wird. Die westliche Schieferzone ist vor allem auf den Inseln des patagonischen Archipels verbreitet, die der Kordillere im W vorgelagert sind.