Original paper

Beiträge zur Geohydrologie der Mineralwässer des NE-Harzrandgebietes

Giessler, Alfred

Kurzfassung

Allgemeiner Teil Die Beiträge zur Geohydrologie der Mineralwässer des NE-Harzrandes sollen neben dem rein geohydrologischen und evtl. auch balneologischen Interesse, welches sie besitzen, gleichzeitig eine Ergänzung zum Hauptthema "Saxonische Tektonik" darstellen. Über den regionalen Bereich hinaus kann ihnen damit generelle Bedeutung zugesprochen werden. Knüpft man nämlich an die von STILLE 1923/25 herausgegebenen Göttinger Beiträge zur saxonischen Tektonik an, so gelangt man bei einer kritischen geohydrologischen Würdigung der dort vorgenommenen tabellarischen Zusammenstellung saxonischer Überschiebungen (Tab. 1) zu der Feststellung, daß diese saxonischen Spalten, Gräben und Störungszonen zum Teil geohydrologisch markante Quell-Linien darstellen. Für die allgemeine geotektonische Arbeitsmethodik ergibt sich daraus die Folgerung, daß es daher umgekehrt immer wertvoll und wichtig ist, bei tektonischen Studien von Anbeginn den geohydrologischen Besonderheiten des Untersuchungsgebietes gebührende Aufmerksamkeit zu schenken. Häufig können dabei leicht erkennbare geohydrologische Merkmale den ersten Hinweis auf schwerer erkennbare, im Untergrund verborgene geotektonische Verhältnisse eines Gebietes geben. Für die geohydrologische Arbeitsmethodik ergibt sich jedoch die umgekehrte, wichtigere Folgerung, überall dort, wo tektonische Störungszonen feststellbar sind, diese als Leitlinien für den erfolgversprechenden Ansatz spezieller geohydrologischer Untersuchungsarbeiten auszuwählen. Weiter ist in diesem Zusammenhange darauf zu achten, daß von Anbeginn bei geohydrologischen Untersuchungen der orogene Charakter des Untersuchungsgebietes soweit wie möglich geklärt wird. Das heißt mit anderen Worten, es muß ermittelt werden, ob ein Schollen- oder ein Faltengebirge vorliegt. Dabei bleiben wir uns selbstverständlich der Tatsache bewußt, daß der Satz von der Verknüpftheit der orogenen Formen bis zu einem gewissen Grade störend im Wege stehen kann.