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Geologie in der Oberschule

Giesbrecht, Erich

Kurzfassung

Gleich von vornherein muß ich die Ausführungen zu meinem Thema im wesentlichen auf das Land Niedersachsen beschränken. Denn bei der gegenwärtigen Zerrissenheit des höheren Schulwesens in der Bundesrepublik ist es dem Einzelnen praktisch unmöglich, die Schulverhältnisse aller Bundesstaaten gleichmäßig zu überschauen. Doch dürfte das Bild mindestens in der Mehrzahl der Bundesländer dem hier gezeichneten sehr ähnlich sein. Außerdem möchte ich Sie jetzt schon darauf vorbereiten, daß über die Geologie in der Oberschule nur ab und zu Erfreuliches, häufiger jedoch Besorgniserregendes zu berichten ist. Zwar sind die Möglichkeiten und Hilfsmittel für die Schulgeologie, wie wir gleich sehen werden, auch heute noch beachtlich zahlreich; aber mit ihrer Verwirklichung bzw. Anwendung steht es leider durchaus nicht zum besten. In unseren Schulen ist die Aussicht für die Geologie, ein selbständiges Schulfach zu werden, gering. Die Tendenz geht viel eher dahin, Schulfächer zu verkürzen bzw. ganz einzusparen, als neue hinzuzunehmen. So ist die Geologie auch heute noch in mehrere Teile zerrissen und lebt nur in Untermiete bei anderen Schulfächern, ein wenig bei der Chemie, etwas mehr bei der Biologie und am meisten bei der Geographie. Besonders wir Schulmänner mit Geologie-Fakultas bedauern dies sehr. Außerstande, von uns aus an der unglücklichen Grundsituation etwas zu ändern, können wir nur versuchen, im Rahmen des Möglichen das Beste daraus zu machen. 1. Die Möglichkeiten für die Geologie auf der Oberschule Die amtlichen Richtlinien für den Unterricht an höheren Schulen geben der Geologie auf der Oberschule in den genannten Fächern verschiedene Wirkungsmöglichkeiten. Ich möchte diese im folgenden kurz zusammenstellen und überdies durch eigene Vorschläge ergänzen. So soll der Unterricht in der Chemie "an geeigneten Stellen Grundlagen der Mineralogie behandeln, und insbesondere die Mineralien nicht übergehen, die Rohstoffbasis für wichtigste Industriezweige sind" (Richtlinien, S. 33). Darüber hinaus sollte die Chemie, z. B. bei der Behandlung des Siliciums, aber m. E. auch auf die Grundlagen der Petrographie ein wenig eingehen und den Schülern wichtige Gesteinsarten nahebringen. Wünschenswert wäre es ferner, beim Kapitel über die deutschen Bodenschätze an der geologischen Genese wenigstens der Salzgesteine, der Eisenerze und der Kohlearten einschließlich des Erdöls nicht vorüberzugehen.