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Der neue Petrolfund in Zentral-Iran

Heim, Arnold

Kurzfassung

Am 27. August 1956 ereignete sich ein ungeheurer Petrol- und Gasausbruch bei Qum im westlichen Randgebiet der Zentralen Wüste von Iran, 120 km südlich der Hauptstadt Teheran, fernab von allen bisherigen produktiven Bohrungen. An Hand von tektonischen Skizzen und einigen Lichtbildern wurde die tektonische Lage der Bohrung, genannt Alborz Nr. 5, erläutert. Nach detaillierten Terrainaufnahmen und mit Hilfe von Auswertung der Fotoaufnahmen des iranischen Militärs wurde nördlich von Qum und östlich des bekannten Salzdiapirs Kuh-e-Namak eine riesige Brachy-Antiklinale festgestellt. Sie besteht oberflächlich aus einigen tausend Metern miozäner, vorwiegend terrestrischer Molasse aus tonigen braunen Schichten mit Sandsteinbänken, die an der Oberfläche als Rippen hervorragen. Darunter wurde auf Grund der Untersuchungen in den Nachbargebieten eine Salzformation und dann der Asmari-Kalk vermutet, dem die größten Produktionen im alten Petrolgebiet der ehemaligen Anglo-Iranian Oil Co. entstammt. Trotzdem Qum auf der Nordostseite des breiten Zagrosgebirges liegt, ist diese marine, foraminiferenreiche Facies des Oligo-Miozän auch auf dieser Seite und in weitestem Umfang der zentralen Wüste vorhanden. Die erste Bohrung der Iran Oil Co. wurde von uns wenig südlich der oberflächlichen Kulmination der Antiklinale angesetzt, also in fast flacher Lage, und stieß in 1200-1300 m auf steile Schichten. Die zweite Bohrung diente nur zur genaueren Bestimmung der vermuteten Überschiebung. Um dieser auszuweichen, bestimmten wir die Lage der Bohrung 3 einige Kilometer weit westlich davon, wo die Störung ausklingt und sich ein normaler Gewölberücken zeigt. Bei 2300 m stieß diese Bohrung auf die Salzformation, brachte "a nice show" von sehr leichtem öl, doch ergaben sich derartige technische Schwierigkeiten, daß die Bohrung eingestellt werden mußte. Bohrung 4 wurde weit südlich im Schenkel der Kulmination angesetzt und konnte in der großen Tiefe von 2500 m erst recht nicht vorwärts kommen. Die Rohre wurden eingedrückt.