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Nachweis subherzyner Störungen im Münsterland

Arnold, H.

Kurzfassung

Das westfälische Münsterland weist über varistisch gefaltetem Karbon eine bis 2 km mächtige, fast lückenlose Oberkreide-Serie vom Cenoman bis zum Campan auf, randlich mit Zwischenlagerung von Perm + Trias, lückenhaftem Jura und Unterkreide. Es stellt den eingeebneten nördlichen Vorsprung der Rheinischen Masse dar, bedeckt von Ablagerungen des Schelfmeeres der Oberkreide, das nach vielen randlichen Vorstößen früherer mesozoischer Meere zum erstenmal weithin transgredierte, nämlich bis weit über die Ruhr nach Süden. Die Kreide ist meist sehr flach gelagert und am West- und am Ost-Rand ein wenig, stärker am Nord- und NE-Rand gestört und aufgerichtet. Auf Abb. 1 a sieht man im W die Sättel und Mulden an der deutsch-holländischen Grenze, dann jenseits einer zum Oldenzaaler Sprung führenden, wichtigen Störung die Zone der Überschiebungen von Gronau und Ochtrup. Nach Osten folgt auf weite Erstreckung der meist ESE streichende Teutoburger Wald, der im Westen recht stark, im Osten schwächer aufgerichtet ist. Die Ostbegrenzung bildet die Egge, wo die Schichten nur wenig aufgerichtet sind. Im Innern des westfälischen Münsterlandes ist außer den Störungen die Verbreitung der Oberkreide-Stufen angegeben; die Verbreitung des Campans im Emssandgebiet ergab sich übrigens bei der Auswertung der durch HILTERMANN und KOCH gegebenen Mikrobefunde. In der Egge wurden von STILLE um 1900 zuerst jungkimmerische Störungen erkannt, wie sie im SW des Münsterlandes LÖSCHER und später BREDDIN, und im NW die Emsland-Geologen fanden. Die spätere Tektonik, also Randstörungen und Aufrichtungen, ist hauptsächlich postkretazischen Alters und wird meist - wohl mit Recht - für laramisch gehalten. Aus dieser Phase könnt auch die Ausfüllung der Klüfte zwischen Münster und Hamm mit Strontianit stammen. Bei Wesel wurde anscheinend auch das Oligozän verworfen, ähnlich wie bei Bünde, wo diese Schichten eingemuldet liegen. Die Verteilung des tiefcampanen Bottroper Mergels im Gebiet der Halterner Sande an der unteren Lippe außerhalb des Gebietes der geschlossenen Campan-Verbreitung ließ eine Störungsphase im höchsten Santon ahnen. Auswirkungen subherzyner Phasen waren bisher aber nicht nachgewiesen.