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Zur Geologie der nordwestlichen Keltiberischen Ketten (Ergebnisse aus Arbeiten von A. BEUTHER, H. DAHM, F. KNEUPER, H. MENSINK und G. TISCHER)

Tischer, G.

Kurzfassung

Durch A. BEUTHER, H. DAHM, F. KNEUPER, H. MENSINK und G. TISCHER wurden seit 1953 in den nordwestlichen Keltiberischen Ketten und in Kantabrien Untersuchungen insbesondere hinsichtlich der geologischen Geschichte dieser Gebiete während des Jura durchgeführt. Einige wichtige Ergebnisse aus diesen Arbeiten werden im folgenden vorläufig und auszugsweise wiedergegeben. In den untersuchten Gebieten löste eine fossilleere, dolomitisch-kalkige Sedimentation - die Carñiolas - die bunten Schichten des Keuper ab. Gegen Ende der Carñiolas zeichneten sich epirogene Bewegungen in der Gegend der Sierra de la Demanda, der Sierra de Tablado und an den Rändern des westlichen Ebrobeckens durch Einschüttung von Quarzgeröllen und Bildung von Breccien und Oolithen ab. Dann folgte eine Periode ruhiger Ablagerung von Kalken und Mergeln, welche SE des heutigen Ebrobeckens vom Oberen Sinémurien bis ins Pliensbachien anhielt. Etwa auf der Linie Poza de la Sal-Pozazal (S Reinosa) wurde die Kalk-Mergel-Fazies gegen N ab Oberem Pliensbachien von einer Ölschiefer-Fazies abgelöst, welche vermutlich bis ins Obere Toarcien andauerte. In NW-Keltiberien dagegen wurde die Ablagerung der Kalke und Mergel im Oberen Pliensbachien durch Trümmerkalke und gelegentlich sandige Mergel und Kalke abgeschlossen. Erst ab mittlerem Toarcien setzte wieder die Ablagerung von Mergeln ein, welche bis zum Beginn des Dogger einheitlich im ganzen Gebiet anhielt. Der Dogger war eine Zeit weitgehender Faziesdifferenzierung. In Kantabrien wurden ab Oberem Toarcien in einem bis ins Bajocien-Bathonien bestehenden, wenig differenzierten Sedimentationstrog wechselnd Kalke und Mergel abgelagert. Im nordwestlichen Keltiberien dagegen gibt eine mit der Wende Lias-Dogger eintretende auffallende Faziesänderung Kunde von weitreichenden Veränderungen der epirogenen Verhältnisse.