Original paper

Stratigraphie Unterer Muschelkalk, Mittlerer Buntsandstein; saxonische Tektonik am Leinetal-Grabenrand und im Solling; Tertiär- und Basaltvorkommen der Dransfelder Hochfläche

Boigk, H.; Murawski, H.

Kurzfassung

Nach einem einführenden Überblick über den Bau des Göttinger Leinetal-Grabens und die ihn begrenzenden Randschollen führte der Exkursionsweg von Göttingen aus nach Norden und dann, den Graben querend, zum westlichen Grabenrand-"Ufer". Bei Hardegsen wurde das sich nach Osten absenkende Buntsandstein-Gewölbe des Sollings erreicht und der Bahneinschnitt nordöstlich der Ortschaft begangen. Dieser erschließt den höchsten Teil des Röt und den gesamten Unteren Muschelkalk mit Ausnahme der oberen Oolith-Bank. Der an den Bahnkörper angrenzende Steinbruch der Hardegsener Zementwerke erlaubt einen ausgezeichneten Einblick in die Spezialtektonik der in Richtung auf den Leinetal-Graben eintauchenden Schichten des Unteren Muschelkalks. Sie sind besonders in den für differentielle Bewegungen prädestinierten feinplattigen Partien des Wellenkalks in zahlreiche Kleinfalten gelegt, deren Achsen etwa E-W streichen und mit dem generellen Einfallen nach Osten eintauchen (H. WUNDERLICH, S. 159). Dicht südlich des Zementwerkes wurde am Ostabhang des Galgenberges eine Randverwerfung des Leinetal-Grabens gequert, an der Muschelkalk gegen Keuper versetzt ist. Weitere N-S bis NNW-SSE streichende Brüche begrenzen etwa bis in die Höhe von Hardegsen fiedrig angelegte Randstaffeln, die zwischen dem Einbruch und der westlichen Grabenrand-Scholle "brückenartig" vermitteln. Sie werden nördlich von Lutterhausen von einem System schmaler Keuper-Spalten abgelöst, die sich mechanisch aus dem nahezu bruchlosen, flexurartigen Abbiegen des Grabenrandes erklären (Fr. LOTZE 1930). Der weitere Exkursionsweg galt der Einführung in eine neue Feingliederung des Mittleren Buntsandsteins (Tabelle 1 u. H. BOIGK 1957), die sich aus Spezialuntersuchungen und vergleichenden Profilaufnahmen für den südhannoverschen Raum ergeben hat. Als Grundlage für diese Einführung diente die Neukartierung des Meßtischblattes Hardegsen (R. v. GAERTNER).