Original paper

Exkursion: Göttingen - Leinetalgraben zwischen Göttingen und Echte - Jurascholle des Kahleberges bei Echte - Ostende der Leinetalachse, Weißjuraschollen von Dannhausen - Salzsubrosionssenke von Seesen mit dem Tertiär von Bornhausen

Martini, H. J.; Pilger, A.; Finkenwirth, A.; Lüttig, G.

Kurzfassung

Ziel der Exkursion war das Studium der Saxonischen Tektonik im Gebiet des nördlichen Leinetalgrabens mit ihrer Bedeutung für 1. Sedimentation, Fazies und Paläogeographie des Jura und 2. Subrosion der Zechsteinsalze und tertiäre Sedimentation in den Subrosionsräumen. Der Leinetalgraben mit seiner Hauptrandstörung - der östlichen - eine der ganz großen rheinisch streichenden Trennfugen des Saxonikums, geht entgegen früheren Ansichten nicht bei Ildehausen zwischen Seesen und Northeim zu Ende. Buntsandsteinschollen voneinander trennend, läßt er sich nach Norden zu in die rheinische Salzbeule von Lutter a. Bbg. und die präneokomen Verwerfungen von Ringelheim (KÖLBEL 1944) weiterverfolgen. Mit KÖLBEL dürfen wir der Ansicht sein, daß noch weiter nördlich die langgestreckte Salzmauer von Lebenstedt-Broistedt diesem bedeutenden Schollenrandbruch aufsitzt. Weitere rheinisch streichende Bruchzonen von weniger großer Bedeutung laufen - oft im Deckgebirge nur als tektonische Schwächezonen angedeutet - dem Leinetalgraben parallel. Sie stehen in vielfältiger Beziehung zu herzynisch streichenden Schollenrandstörungen, die mit den rheinischen zusammen das Schollenmosaik um die Nordwestecke des Harzes formen und die tektonischen Elemente sind, an denen sich die Bewegungen der Schollen nach Zeit, Art und Ausmaß ablesen lassen. Eingehendere tektonische Vorbemerkungen finden sich im Bericht zur Exkursion am 7.10. (S. 306). Die Exkursion besuchte zunächst zwischen Nörten und Sudheim die Stelle, an der der Leinetalgraben von der herzynischen Ahlsburgachse gequert wird. Diese beginnt in der östlichen Eichsfeldscholle - im Raum geringmächtigen Salzes - als Verwerfung von geringer Bedeutung, läßt sich im Leinetalgraben selbst als Bereich besonderer Flachgründigkeit wiedererkennen und wird bei Salzmächtigkeiten um 400 m und bei starkem Salzaufstieg, nördlich von Moringen, zu einer beulenartigen Struktur mit großartiger Südrandstörung. In Northeim selbst charakterisiert ein tiefer Liaseinbruch im Leinetalgraben die Südostfortsetzung des Markoldendorfer Liasbeckens.