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Exkursion durch das Paläozoikum des Südwestharzes (Mittelharz, z. T. Unterharz) und Oberharzes zwischen Walkenried und Goslar

Schriel, W.; Schneider, Harras; Simon, W.; Kraatz, R.; Damm, B.; Früh, W.

Kurzfassung

1. Exkursionsweg (HARRAS SCHNEIDER). 5. Oktober 1956, 13.15 bis 17.15 Uhr. - Walkenried - Andreasberger Tal (Sprakelsbachtal) N Zorge, Pkt. 477,4 (Princeps-Schichten, Zorgensis-Schichten, Plattenschiefer) - Großer Mollenberg (Gotland) - Sprakelsbachtal, km 36,1 (Diabas der Stieger Schichten) - Bärental NE Zorge, km 33 (Abscherung Südharz-Grauwacke/Stieger Schichten) - Unterzorge (Stieger Schichten, Rotschiefer) - Straße Unterzorge-Wieda (Rotliegendes, Porphyrtuff und -konglomerat) - Bhf. Wieda-Süd (Stieger Schichten) - Bad Sachsa (Felsitporphyr) - Übernachtung. 6. Oktober 1956, 7.30 bis 12.45 Uhr. - Bad Sachsa - Wieda (Hauptkieselschiefer/Überschiebung) - Wiedaer Hütte (Gotland, Unterems) - Steigertal (Kalke und Dalmanitenschiefer des Älteren Hercyns) - Mündung Weinglastal (Kalkiges Silur E ß) - Weinglastal bis Haltepunkt Stöberhai (Jüngeres Hercyn und devonischer Flinz) - Steigertal (Jüngeres Hercyn, Wissenbacher Schiefer, Diabas) - Brunnenbachsmühle (Tanner Grauwacke) - Triftklippe N Braunlage (Hornfelse im Kontakt des Brockengranits) - Königskopf (Granit, Kulmgrauwackenhornfels) - Oderteich (Wasserwirtschaft) - Stieglitzecke - Ifenkopf (Acker-Bruchberg-Schichten) - Dammhaus (Wasserwirtschaft) - Polsterhai, km 4,95 (Diabas-Zug, Oberharzrundblick) - Dammhaus (Dammgraben) - Altenau (Schatzkammergang, Kieselschiefer) - Mittagessen. 6. Oktober 1956, 14.30 bis 18.00 Uhr. Altenau - Mündung Gr. Floßtal (Kulmkieselschiefer) - Mündung Kellwasser (Okerwerk-Vorsperre, Kulmgrauwacke) - Forststraße Große Bramke (Kulmtonschiefer, -grauwacke) - Okerwerk-Hauptsperre (Profil Sperrstelle, Talsperrenbau) - Straße Okersperre/Birkenburg (Kulm, hercynische Gänge) - Birkenburg (Calceolaschiefer, Profil im Oberems, Mittel-/Unterdevongrenze) - Rabenklippe/Romkerhall (Profil Mittel-/Oberdevon) - Okertal unterhalb Käste (Ausgleichsbecken, Okergranit) - Oker (Harzrandüberschiebung) - Rammelsberg bei Goslar (überkipptes Profil Wissenbacher Schiefer/Calceolaschiefer/Kahlebergsandstein, Grenze Mittel-/Unterdevon, Erzlagerausbiß) - Übernachtung. Die Exkursion wurde in Reisebussen durchgeführt. Fast alle Aufschlüsse sind unmittelbar mit diesen zu erreichen. Wenige Ausnahmen sind im Text angeführt. Für das Programm am Nachmittag des 6. Oktober sind zweckmäßigerweise zwei Stunden mehr anzusetzen, damit für die einzelnen Aufschlüsse ausreichend Zeit zur Verfügung steht. 2. Paläozoikum des Südwestharzes (W. SCHRIEL). a) 5. Oktober 1956, nachmittags. Meßtischblätter: Zorge Nr. 4329, Ellrich Nr. 4429. Fahrt von Walkenried über Zorge ins Andreasberger Tal bis zum Punkt 477,4, km 33,3. Hier stand eine der von ROEMER ausgebeuteten Kalklinsen im Princeps-Kalk an; jetzt deuten nur noch Reste von Crinoidenkalken auf diesen bekannten Fundpunkt am Joachimskopf hin. Die Straße in Richtung Zorge, km 33,6-34,1, zeigt gut aufgeschlossene Plattenschiefer mit untergeordneten Grauwacken des Tanner-Systems, das ziemlich flach auf Zorgensis-Schichten liegt (vgl. Tab. 1). Am Westfuß des Großen Mollenberges im Sprakelsbachtal (= Andreasberger Tal) Gotlandium bei km 34,7 bis km 34,5: S-Teil des Aufschlusses mit bräunlichen, sandig-kalkigen und dunkelfarbenen reinen Tonschiefern; meist kleinstückig und uneben spaltend. Einschaltung weniger geringmächtiger Kalkbänkchen. N-Teil des Aufschlusses bei Zurücktreten des Kalkgehaltes Übergang in großflächig spaltende, ebene, dunkelgraue Schiefer. Bei km 34,65 und 34,52 bankweises Auftreten von Graptolithen, die oft plastisch erhalten sind (Chitinhülle mit Brauneisen ausgefüllt). Die neue Bearbeitung der Fauna durch R. KRAATZ, Clausthal, hatte das Ergebnis, daß es sich nicht um Unter-Ludlow-Schichten handelt (wie früher angenommen), sondern um Ober-Valentium. 17 Arten konnten identifiziert werden, davon 4 neue Arten bzw. Unterarten.