Original paper

Exkursion zum Salzstock der Steinhuder Meer-Linie mit Befahrung des Kaliwerkes Sigmundshall am 11. Oktober 1956

Simon, P.

Kurzfassung

Die Steinhuder Meer-Linie (Abb. 1) ist eine ihrer äußeren Form nach einem großen Sattel ähnliche Struktur des Übergangsgebietes Mittel-/Nordsaxonien (MARTINI 1953). Sie erstreckt sich bei herzynischem Streichen von Nienburg an der Weser bis zum Stemmer Berg westlich Hannover und erreicht so eine streichende Länge von rund 40 km bei nur durchschnittlich 6 km Breite. Der Bau dieser Aufwölbung ist trotz zahlreicher Tiefbohrungen und Schweremessungen noch nicht in allen Einzelheiten bekannt, doch zeichnet sich ein Aufbau der Gesamtstruktur aus mehreren tektonischen Einzelformen ab. (Geotektonische Karte von NW-Deutschland, 1:100 000, Großblätter 60 und 61.) Im Gebiet von Schessinghausen, südlich Nienburg, ist die nach NW abtauchende Struktur durch eine breite Aufwölbung von Juragesteinen gekennzeichnet, in deren Top auch Juragesteine zwischen zwei größeren Störungen scheitelgrabenartig versenkt sind (Abb. 1). Im Bereich von Husum weiter im SE dagegen bildet steil aufgerichtete Trias die Flanken der Struktur, während der Kern von Zechsteinsalzen eingenommen wird. Beide Einzelformen - die Struktur von Schessinghausen und der Salzstock von Husum - sind durch eine große Querstörung voneinander getrennt. Das Salzgebirge von Husum taucht nach SE in nicht genau bekanntem Maße ab, kommt jedoch südöstlich des Steinhuder Meeres wieder in die Nähe der Tagesoberfläche, um schließlich von Altenhagen bis Landringhausen ebenfalls den Kern der Struktur einzunehmen (Abb. 1). Im Bereich der Ortschaft Landringhausen fällt der Salzkörper in südöstlicher Richtung steil ab, ebenso verschwindet das Gebirge der Flanken in der Tiefe, und im Gebiet des Stemmer Berges ist die Steinhuder Meer-Linie nur noch durch eine sattelförmige Aufwölbung des Wealden angedeutet, deren Untergrund jedoch verwickelt gebaut ist (Erl. Geotekt. Karte NW-Deutschl., 1:100 000).