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Exkursion in den Malm und den tiefen Wealden am südlichen Deister am 12. Oktober 1956

Westermann, G.

Kurzfassung

Südlich Hannover überqueren wir auf der Bundesstraße 217 den Benther Salzsattel mit den Kalischächten Benthe und Ronnenberg. Dieser bildet die nördliche Endigung der rheinischen Limberg-Achse, die in dem bald links erscheinenden stark tektonisch zerstückelten Süllberg mit maximalem Hiatus (Gigas-Scht. über Bathonien) wieder sichtbar wird und am Bau des nun zu querenden Süddeisters maßgeblich beteiligt ist. 1. Völksen (Mbl. Springe, 3723). Das Gebiet ist durch die stratigraphisch-tektonischen Untersuchungen von CREDNER, BRAUNS, STRUCKMANN, WUNSTORF, STILLE, SCHÖNDORF, DAHLGRÜN und GRUPE berühmt geworden. Der gesamte Malm ist hier durch die östlich vorbeiführende Limburg-Achse stark reduziert, lückenhaft und durch rheinische und herzynische Störungen mosaikartig in eine Unzahl von Schollen zerlegt. Von den vielen vortrefflichen Aufschlüssen kann nur eine Auswahl gezeigt werden. Schlechte Sicht verhindert vorläufig die Übersicht. - Am Dah-Berg zeigt der große Mainesche Steinbruch (1) das größte zusammenhängende Profil. Die Nordwand schließt einige Meter Münder Mergel und hinter einer herzynischen Störung, die einem etwa 10 m eingesunkenen herzynischen Miniaturgraben angehört, auch noch 1 m Serpulit auf. Unter dem Münder Mergel liegen 1 1/2 m dünnbankige und 1 1/2 m kaum gebankte, z. T. stark konglomeratische Kalke, die gemäß Koordinierung mit den weiter westlich sich langsam normalisierenden Schichten als Eimbeckhäuser Plattenkalke und Gigas-Schichten anzusprechen sind. An ihrer Basis liegt ein 1-2 m mächtiges grobes Kalkkonglomerat, das sog. Völkser Konglomerat, ungleichförmig über zuoberst kavernösem und dolomitischem und oberem Korallenoolith. Der gesamte Kimeridge und die Humeralis-Schichten sind also ausgefallen, die 3-4 m mächtige Korallenbank an der Basis des etwa 25 m mächtigen Korallenooliths ist an der Südwand aufgeschlossen. Darunter werden gerade noch die glaukonitischen Mergel der Grenze zu den Heersumer Schichten sichtbar. In der Mitte der Steinbruchsohle ist durch die zutage tretenden Grenzschichten ein rheinischer Miniaturhorst nachzuweisen.