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Kleintektonische Untersuchungen im Frankenwald, im Fichtelgebirge und in ihrem mesozoischen Vorland

Hofmann, Richard

Kurzfassung

Einleitung Die Untersuchungen erstrecken sich über ein Gebiet, in dem sich neben verfaltetem Paläozoikum, Prasinit und Gneis auch Granit, Ganggesteine und saxonisch gestörtes Mesozoikum finden. Hierdurch ergaben sich gute Möglichkeiten, die kleintektonischen Beobachtungen in den verschiedenaltrigen und verschieden beanspruchten Gesteinen zu vergleichen. An Hand von Beobachtungen wird hauptsächlich auf die Frage eingegangen, wann die Klüfte und Kleinstörungen entstanden sind. Verschiedentlich lassen sich daraus Folgerungen über den Ablauf der Kluftentstehung ziehen. Die bisherigen Theorien zur Deutung der Kluftentstehung möchte ich als bekannt voraussetzen. Zur Darstellung der Klüfte im alten Gebirge ist die Methode von SCHMIDT-THOMÉ (1950) angewendet worden. Jedes Diagramm umfaßt nur einen Aufschluß. Sehr große Aufschlüsse wurden unterteilt. Die Diagramme geben die Lage der Polpunkte von Klüften, Kleinstörungen usw. in der oberen Lagenkugel wieder. Im Diagramm bedeuten: punktiert = mehr als 1%, schraffiert = mehr als 5%, kariert = mehr als 10% der Klüfte entfallen auf ein Flächenprozent des Diagrammes. Von den übrigen Polpunktzeichen seien hier nur die wichtigsten genannt: ausgefülltes Viereck = Flächenpol einer Schichtoberfläche, im Granit einer Lagerkluft, im Gneis einer s-Fläche; C = Flächenpol eines Kalkspatganges; Q = Flächenpol eines Quarzganges; V = Flächenpol einer Bewegungsfläche, wobei zwischen Auf- und Abschiebungen im alten Gebirge nicht unterschieden wurde, da der Bewegungssinn meist nicht einwandfrei festzustellen war. Die Klüfte wurden auf 1° genau gemessen. In den Kluftrosen sind jedoch immer 5° zusammengefaßt worden. Die Länge der Strahlen gibt an, wieviel Prozent der Klüfte in eine Richtung streichen. Wird der Umfassungskreis des Diagramms überschritten, so bedeutet dies, daß mehr als 15% der Klüfte in eine bestimmte Richtung streichen. Die Gradangaben an den Spitzen der Strahlen beziehen sich auf das Streichen der Klüfte. Im Mesozoikum wurden, da die Klüfte in der Regel um die Senkrechte einfallen, fast nur Kluftrosen gezeichnet. Ferner wurde neben den Kluftrosen das Streichen von Kleinstörungen (rechenartige Signatur) und von Mineralgängen (kettenartige Signatur) eingezeichnet. Ein kleiner einfacher Pfeil mit einer Zahl (ohne Zeichen für Grad) an der Spitze neben einem Verwerfungsrechen weist auf Harnischstriemen hin, die um den Betrag der Zahl in Richtung des Pfeiles einfallen.