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Gedanken zur biologischen Deutung der Schalenskulptur, zur Lebensentfaltung und zum Lebensbild der jüngeren skulpturtragenden Ammoniten (= Meso- und Neoammonoidea)

Weber, Emil

Kurzfassung

1. Zur biologischen Deutung der Schalenskulptur und zur Lebensentfaltung: Seit dem Jahre 1945 ist Verfasser (E. WEBER, Manuskript) mit der Revision der Stratigraphie des südwestfränkischen Malm beschäftigt, wobei als Grundlage die von ihm selbst, exakt auf Bankprofilbasis aufgesammelten Faunen, vor allem aus Ammoniten bestehend, dienen. Diese exakten, aber noch keineswegs Vollständigkeit beanspruchenden Faunenaufsammlungen gestatten es, besser als bisher bekannt, die Skulptur- und Formentwicklung der einzelnen Ammonitengattungen und -arten im Verlaufe ihrer ontogenetischen und phylogenetischen Entwicklung im Malm zu verfolgen. Eines der für die Skulpturentwicklung wichtigen Ergebnisse ist einmal das, daß sich die Zahl der externen Spalt- bzw. Schaltrippen im Verlaufe der Entwicklung der jeweiligen Formenreihe bis zu deren Aussterben in bestimmten Rhythmen von 0 bzw. 2 (bei der Einfachrippen- bzw. monoschizotomen Rippenausbildung) bis zur Erreichung einer höchsten maximalen Vielzahl (z. T. bis über 10 bei der polyschizotomen Rippenausbildung) allmählich erhöht (z. B. Formenreihen der Perisphinctinae s. l.). Diese allmähliche Erhöhung der Zahl der externen Spalt- bzw. Schaltrippen ist dabei nur der Ausdruck einer entsprechend schrittweisen allgemeinen Steigerung der Skulpturausbildung. Ihr geht stets zugleich auch eine entsprechend schrittweise Steigerung des allgemeinen Größenwachstums parallel. Schrittweise allgemeine Steigerung der Skulpturausbildung und des Größenwachstums sind Beweis für eine bis zum unmittelbaren Aussterben geradlinig sich steigernde Skulptur- und Formzeugungskraft und damit auch Beweis für eine sich entsprechend steigernde allgemeine Organ- bzw. Lebenskraft der betreffenden Formenreihe.