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Neue Beobachtungen in den eiszeitlichen Ablagerungen des Berliner Raumes

Assmann, Paul

Kurzfassung

Im Zuge der Herstellung einer Baugrundkarte und einer speziellen geologischen Karte des Berliner Raumes war es erforderlich, das gesamte Material, das im Laufe von Jahrzehnten von diesem Gebiet gesammelt worden war und das heute über 36 000 Bohrungen umfaßt, noch einmal genau durchzuarbeiten und für die Herstellung des neuen Kartenwerks auszuwerten. Dabei wurden auch neue geologische Beobachtungen gemacht, die auch für weitere Kreise von Interesse sein dürften und im folgenden zusammengestellt worden sind. Die Ablagerungen der Elster-Eiszeit (Mindel-Eiszeit) Die ältesten glazialen Ablagerungen des Berliner Raumes gehören der Elster- (Mindel-) Eiszeit an. Ältere glaziale Ablagerungen sind - im Gegensatz zu westdeutschen Gebieten - hier nirgends beobachtet worden. Die mittlere Mächtigkeit der Schichten der Elster-Eiszeit beträgt im südlichen und westlichen Teil des Berliner Raumes zwischen 50 m und 80 m. Die Elster-Eiszeit hat von allen 3 Eiszeiten die mächtigsten Sedimente hinterlassen. Örtlich wurden auch größere Mächtigkeiten beobachtet, so z. B. bei der Bohrung Schultheiß-Brauerei III im Bezirk Kreuzberg (Methfesselstraße), wo seine Mächtigkeit mit 125 m nachgewiesen wurde. Hier wurde örtlich das gesamte Miozän weggewaschen, so daß unter den glazialen Schichten sofort das Mittlere Oligozän (Septarienton) angetroffen wurde. Ganz analoge Verhältnisse wurden im Grunewald bei Schildhorn beobachtet, wo das Liegende selbst in - 176 m NN noch nicht erreicht worden war, während in der Nähe gelegene Bohrungen die gewöhnliche Mächtigkeit des Elsterglazials zeigen. Auch die Bohrung Hirschgarten in Köpenick hat ja bekanntlich die Schichten des Elsterglazials mit 120 m durchsunken. Die Ablagerungen des Elsterglazials sind nicht überall im Berliner Raum entwickelt. Im südlichen Teil der Stadt sind sie bis auf wenige Stellen im Wilmersdorfer Bezirk überall vorhanden. Im Norden sind sie dagegen vom Saalegletscher gefaltet und restlos - zusammen mit dem Interglazial I - abradiert worden. Sie fehlen daher in den nördlichen Bezirken Reinickendorf und Wedding bis hinauf nach Tegel, Heiligensee und Lübars, z. T. auch im Bezirk Charlottenburg und Spandau, außerhalb des Westberliner Stadtgebietes in Pankow, Niederschönhausen, Schildow und z. T. in Weißensee.