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Photogrammetrie und Prospektion

Teuscher, E. O.

Kurzfassung

Wir sind gewöhnt, im Bergbau und schon in der bergbaulichen Planung - d. h. von der Prospektion an - die hierfür entwickelten Methoden der Markscheidekunst auch heute noch als die klassische Form für exakte Einmessung und zeichnerische Darstellung lagerstättengeologischer Verhältnisse zu betrachten. Ihre Anwendung bietet sich um so mehr an, als meist gute Katasterkarten 1:5000 als Grundlage für die Eintragung neuer topographischer Einzelheiten vorhanden sind. Seit 1952 ergab sich in Bayern in größerem Umfange die Gelegenheit, für lagerstättengeologische Spezialaufnahmen (vor allem in der Oberpfalz) auch das Luftbild zu verwenden. Die Luftaufnahme wurde von der Gesellschaft zur Aufsuchung von Bodenschätzen vorfinanziert, wodurch auch die Interessen zahlreicher Einzelunternehmer aus z. T. unwirtschaftlich kleinen Flächen zusammengefaßt werden konnten zu Auftragsgebieten, deren Vermessung lohnte; die Aufnahmen sind später von einer Reihe von Werken erworben worden. Die Durchführung der Bildflüge, der Aufnahmen sowie teilweise der Herstellung entzerrter Luftbildpläne 1:5000 lag in den Händen der Photogrammetrie G.m.bH., München. Selbst in vegetationslosen Gebieten leistet die Luftaufnahme meist nicht mehr, als schnell eine detaillierte topographische Unterlage zu liefern; nur selten werden bereits geologische Strukturen unmittelbar erfaßt, wie es die Berichte und Darstellungen aus Indonesien, aus den Vereinigten Staaten und die Beispiele aus den weiten französischen Kolonialgebieten schön zeigen. Markante Schichtgrenzen, deutliche Gangausbisse, vulkanische Spalten und ähnliche gut sichtbare Strukturen waren in Bayern nicht gegeben; lediglich bei einer Aufnahme des Pfahls war eine markante tektonische Linie vorhanden, die hier im Luftbild, das auf rund 30 km Länge aufgenommen worden ist, nicht nur den genauen Verlauf dieser über 10 m mächtig mit Gangquarz gefüllten Spalte ohne Nachzeichnung erkennen läßt, sondern darüber hinaus eine ganze Reihe von Einzelheiten über die Ausbildung der herausgewitterten Pfahlmauer und über den Stand der steinbruchmäßigen Erschließung dieses Ganges (vgl. Abb. 3).