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Zum geologischen Bau der Berge östlich des oberen Osterachtales (Allgäu) Der synsedimentäre Ursprung einer tektonischen Decke

Richter, Dieter

Kurzfassung

Zusammenfassung Es werden zuerst die Ergebnisse einer Untersuchung in den nördlichen Kalkalpen im Raume südöstlich von Hindelang im Allgäu dargelegt. Aus jungen Gesteinen der Allgäu-Decke taucht die Trias bis zum Buntsandstein abwärts als SW-NE-streichendes Sattelelement steil auf, die Bearbeitung der obertriadischen und jurassischen Gesteine ergab, daß es sich um eine alte Schwellenzone handelt, die sich in der oberostalpinen Geosynklinale nach NE verbreiterte. Dabei läßt sich ein tieferes tektonisches Stockwerk mit starker Zusammenpressung und ein höheres, flaches Stockwerk mit Deckenbau (Vilser Decken) unterscheiden. Somit wird die alte Schwelle zur Wurzel der Vilser Decken. Von der früheren Trennung des Gebietes in AIlgäu- und "Lechtal-Decke" ergab sich ebenso wie bei der Untersuchung von RICHTER & SCHÖNENBERG und HAMANN & KOCKEL, daß eine "Lechtal-Decke" nicht vorhanden ist. Dagegen bilden die Vilser Decken einen bescheidenen Ersatz der früheren "Lechtal-Decke" im östlichen AIlgäu. Zur Großtektonik wird der Versuch unternommen, durch tiefere Lage der Basis der oberostalpinen Decke und den dadurch vergrößerten Schichtumfang das Auftreten neuer Faltenelemente und damit die Verbreiterung der Kalkalpen gegenüber dem W (Bregenzer Wald) zu erklären, da neue tektonische Einheiten, wie Schuppen oder Decken, mit Ausnahme der im untersuchten Raum entstehenden Vilser Decke nicht auftreten. Die Verbreiterung geschieht nur durch neu sich bildende Falten. Die Ursache wird in dem nach W sich unter den Kalkalpen kräftig heraushebenden Flysch und Helvetikum gesucht.