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Erdmagnetische Messungen auf Basalte in Hessen

Kutscher, Fritz

Kurzfassung

Einleitung Hessen besitzt zahlreiche Basaltvorkommen, die in geschlossenen Komplexen, in Gruppen angeordnet oder als vereinzelte Körper in den Schichtgesteinen auftreten. In zahlreichen Veröffentlichungen spiegelt sich die Erforschung derselben während der letzten 160 Jahre wider. Vulkanologische, petrographische, tektonische, chemische und schließlich der Praxis dienende Untersuchungsarten und -richtungen gaben den Anlaß zur Bearbeitung. Zu diesen bekannten Untersuchungsmethoden tritt seit nunmehr 30 Jahren die Möglichkeit, mit Hilfe geophysikalischer Meßmethoden Aussagen über die Basaltvorkommen zu machen. Gegenüber den obenerwähnten Forschungsmethoden genießen sie u. a. den Vorteil, durch ihre Fernwirkung auch dort noch Daten beizusteuern, wo die Objekte der unmittelbaren Untersuchungsmöglichkeit entzogen sind. Neben geoelektrischen Meßmethoden, die bisher nur vereinzelt zur Anwendung gelangten, sind vorzugsweise erdmagnetische Verfahren eingesetzt worden. Die folgenden Zeilen mögen einen kurzen Einblick in die erdmagnetisch untersuchten Basaltvorkommen Hessens vermitteln, wobei neben den registrierenden Angaben über die Vermessungsobjekte und -ergebnisse auch Mitteilungen über Fortschritte der geologischen Interpretation der Meßergebnisse eingeschlossen werden. Meßziel Die Basalte weisen in ihrem Mineralbestand stärker magnetisierte Mineralien auf, denen es zu verdanken ist, daß diese Gesteinsgruppe zu den ferromagnetischen Stoffen gehört. Durch ihre hohe Suszeptibilität nehmen sie sogar unter den Vulkaniten eine Vorrangstellung ein. Als magnetisch wirksame Minerale sind in erster Linie die Ferritspinelle zu nennen, unter denen der Magnetit an erster Stelle steht. Der Erfolg bei der Auswertung erdmagnetischer Messungen ist um so größer, je besser es gelingt, die geologischen und petrographischen Gesetzmäßigkeiten für die in erster Linie wirksame Verteilung der Ferritspinelle im Untergrund aufzuhellen. Die gewonnenen Meßwerte sind - wie bei fast allen geophysikalischen Meßmethoden - jedoch vieldeutig. Um zu eindeutigen, zumindest zu wahrscheinlichen Aussagen zu gelangen, sind absolute gesteinsphysikalische Beweismittel und erschöpfende geologische Unterlagen beizusteuern.