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Das Alter der Hauptkieselschiefer Lossen's und der Buntschiefer in der Südharzmulde

Schriel, W.; Stoppel, D.

Kurzfassung

Im Jahre 1948 hatte W. SCHRIEL erstmalig gelegentlich der Tagung der Deutschen Geologischen Gesellschaft in Hannover bei der Diskussion zu einem Vortrag F. DAHLGRÜNS den Hauptkieselschiefer LOSSENS und den Buntschiefer in den Stiegerschichten als oberdevonisch bezeichnet und diese Meinung in einem Aufsatz (SCHRIEL 1951) vertreten. Anschließend wurden die Konsequenzen für das Alter ähnlicher Schichten im Unterharz gezogen, wie sie sich aus dieser Eingruppierung ergaben. Inzwischen sind hierzu teils zustimmende, zum Teil aber auch ablehnende Stellungnahmen erschienen (HOTH 1957, REICHSTEIN 1955 u. 1957, MEYER 1957, WIEFEL 1957). Die Gründe für diese sich widersprechenden Stellungnahmen liegen in erster Linie an dem Wert der kaum oder nur selten als Leitversteinerungen auftretenden Makrofossilien in beiden Stufen. Auch dort, wo gelegentlich solche gefunden wurden (SCHRIEL 1939, WIEFEL 1956), waren es indifferente Arten von Styliolinen, Tentakuliten oder inartikulate Brachiopoden, die als Leitfossilien keine oder doch nur eine sehr beschränkte Rolle spielen. Immerhin ergab sich, daß ein unterkarbonisches Alter, wie DAHLGRÜN es wollte, für die Hauptkiesel- und Buntschiefer nicht in Frage kam. Erst in den letzten Jahren, wo vor allem von DIETRICH SANNEMANN und der Marburger Schule (BISCHOFF & ZIEGLER 1956 u. 1957, BISCHOFF 1956 u. 1957, FLÜGEL & ZIEGLER 1957, außerdem SANNEMANN 1955) eine Gliederung des Oberdevons auf Grund von Conodonten aufgestellt wurde, bestand die Aussicht, auch die "Hauptkieselschiefer" und Buntschiefer der Südharzmulde sowie die Buntschiefer im unteren Rappbode- und Bodetal nach Conodonten einzustufen. Diese Funde wurden größtenteils auf einer gemeinsamen Exkursion gemacht, an denen außer den Autoren noch die Herren H. BENDER, Marburg, und H. ALBERTI, Greifswald, im Sommer und Herbst 1957 teilnahmen. Außerdem war H. ALBERTI im Gebiet von Hasselfelde, Benneckenstein und Rübeland tätig. Vor allem die im Alter umstrittenen Rotschiefer des Mosebachtales (Bl. Hasselfelde) und südlich Rübeland (Bl. Blankenburg) wurden von ihm auf Conodonten untersucht.