Original paper

Zur stratigraphischen und tektonischen Gliederung von Helvetikum und Flysch in den Bayerischen und Vorarlberger Alpen auf Grund mikropaläontologischer Untersuchungen

Bettenstaedt, Franz

Kurzfassung

A. Einleitung In den Jahren 1950 bis 1956 wurde im Auftrage der Preußischen Bergwerks- und Hütten-Aktiengesellschaft, Zweigniederlassung Erdöl und Bohrverwaltung, Hannover, zur stratigraphischen und tektonischen Klärung ihrer Interessengebiete eine Neukartierung des Allgäu auf 15 Positionsblättern durchgeführt. Die Kartierung begann in der gefalteten Molasse und erstreckte sich ab 1952 auch auf Helvetikum und Flysch, wobei die Mikropaläontologie, vor allem die der marinen Kleinforaminiferen, in größerem Maße herangezogen wurde. Hier haben vor allem Prof. Dr. E. KRAUS und Prof. Dr. M. RICHTER, ferner Dr. W. ZEIL, Dr. R. OBERHAUSER, Dr. H. C. G. KNIPSCHEER, Dr. G. HABER, Dr. D. RICHTER, Dr. R. REICHELT, Geologie-Studenten und Doktoranden unter Prof. M. RICHTER und Prof. P. SCHMIDT-THOMÉ sowie Dr. F. BREYER, Dr. W. MASCHEK und Verfasser über 1500 Mergelproben aufgesammelt, und zwar nicht nur aus dem Allgäu, sondern zu Vergleichszwecken auch aus Oberbayern, Vorarlberg und vereinzelt Ostschweiz. Die Proben wurden von dem allzufrüh verstorbenen Mikropaläontologen Prof. Dr. C. A. WICHER und dem Verfasser, teilweise auch von Dr. R. OBERHAUSER untersucht und stratigraphisch bestimmt. Organisatorische Leitung und Koordinierung der Ergebnisse lagen in Händen des Chefgeologen Dr. F. BREYER. Über die Möglichkeit mikropaläontologischer Altersbestimmungen in alpinen Sedimenten und die ersten Datierungen hat Verfasser 1951 auf der 65. Austauschsitzung für Mikropaläontologie und Stratigraphie in München berichtet. Die hier vorgelegten Ergebnisse wurden bisher in über 90 internen Berichten mit dem Titel "Mikrofaunen aus dem alpinen Raum" niedergelegt und seit 1950 laufend einem kleineren Kreis von kartierenden Herren und Mikropaläontologen zugänglich gemacht, um die neuesten stratigraphischen Resultate und Revisionen der Geländearbeit zur Verfügung zu stellen. Teilergebnisse dieser Berichte finden sich in Veröffentlichungen von HAGN (1952, S. 215, 1953 a, S. 312), OBERHAUSER (1953), D. RICHTER (1954, S. 388), ZEIL (1954, S. 41 und 43), P. LANGE (1956), WICHER & BETTENSTAEDT (1957, S. 9-10, 35, 36) und BARTENSTEIN, BETTENSTAEDT & BOLLI (1957), andere bilden die paläontologische Grundlage zu abgeschlossenen oder laufenden Dissertationen von D. RICHTER, R. REICHELT, A. SCHNEIDER, J. LIEDHOLZ, H.-B. KALLIES.