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Geologische Ergebnisse der Erdölexploration im westlichen deutschen Molassebecken

Lemcke, Kurt

Kurzfassung

Im Westteil des ungefalteten deutschen Molassebeckens ist nach Bohrungen und Reflexionsseismik das Schichteinfallen ziemlich gleichmäßig nach S bis SE gerichtet. Echte Einengungsformen konnten bisher an keiner Stelle nachgewiesen werden; es scheint vielmehr überall Bruchtektonik zu herrschen, mit überwiegend streichenden antithetischen Brüchen, seltener auch Normalabschiebungen, vereinzelt ferner Störungen von etwa rheinischer Richtung. Innerhalb des Tertiärs ist die Ölführung offenbar an dessen Basisbereich gebunden. Da die Molasse überall von Malm in schichtiger oder massiger Fazies unterlagert wird, spielen wegen dessen Klüftigkeit für die Lagerstättenbildung die antithetischen Störungen die Hauptrolle, da nur durch sie die prospektiven Horizonte der Molassebasis gegen abdichtende tonige Gesteine der hangenden Molasse versetzt werden. Die Erdölexploration bewegte sich von flacheren in tiefere Beckenteile, so daß sie zunächst vor allem jenes nordwestliche Gebiet betraf, in dem die Untere Süßwassermolasse auf Malm transgrediert. Ölspuren fanden sich hier vor allem in kavernösen Süßwasserkalken des Basisbereiches, untergeordnet auch in einzelnen Sanden der gleichen Region. Eine wirtschaftliche Fündigkeit wurde nirgends erzielt. Der nächste Aufschlußschritt richtete sich auf das nach S anschließende Gebiet, in dem die Molasse mit den sandigen Bausteinschichten auf den Malm transgrediert und das wegen der Speichereigenschaften derselben zunächst als besonders hoffnungsvoll angesehen werden konnte. Auf durchweg strukturell günstigen Positionen wurden in diesen Sanden auch überall Ölspuren angetroffen, doch kam es außer in Heimertingen nirgends zu einer wirtschaftlichen Fündigkeit. Seit einiger Zeit dehnte sich der Aufschluß schließlich auf die weiter südlich gelegene Zone mit transgredierendem Rupel bzw. Lattorf aus. Auch hier blieb trotz mehrfach angetroffener Ölspuren den wenigen bisher abgeteuften Bohrungen der Erfolg versagt, da entweder die vorhandenen Speichergesteine zu dicht waren oder wohl auch weil es sich z. T. um Lokationen an Normalabschiebungen handelte.