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Zur Geologie und den Erdölmöglichkeiten des Schweizer Molassebeckens

Schuppli, H. M.

Kurzfassung

Die Frühjahrstagung der Deutschen Geologischen Gesellschaft, welche vom 28. Mai bis 2. Juni 1957 in München stattfand, stand unter dem Thema: "Erdöl und Erdgas im Molassetrog." Den sehr bedeutenden Fortschritten, welche die Erkenntnisse der geologischen und ölgeologischen Verhältnisse dieses Troges in Deutschland und Österreich im Laufe der letzten Jahre gemacht haben, ist für die Schweiz nichts Entsprechendes entgegenzustellen. Von Schweizer Seite wurde darum das ein und andere zur Sprache gebracht, worin der westliche Anteil des Molassebeckens sich vom angrenzenden süddeutschen Anteil unterscheidet, sowie einige Probleme der Entstehung und Akkumulation des Molasseöles besprochen. Hierüber soll im folgenden kurz berichtet werden. Zuerst einige Worte über die ursprüngliche Form und Gestalt des Schweizer Molassebeckens. Vorausgesetzt, daß die Ablagerungen des Lattorfiens dem Molassebecken angehören, was für Süddeutschland wohl als bewiesen gelten kann und mit großer Wahrscheinlichkeit auch für die Schweiz der Fall ist, dann muß die Südgrenze dieses Beckens im Gebiet der jetzigen Zentralmassive gelegen haben. Ins Lattorfien zu stellende Gesteinsfolgen, um die wichtigsten Vorkommen zu erwähnen, sind bekannt aus dem autochthonen Sedimentmantel des östlichen Aarmassives, speziell im Glarnerland, im Reusstal, im Gebiet von Engelberg (Tafel 9). Unter den 1-200 m mächtigen Glarner Fisch- oder Dachschiefern folgt der Altdorfer-Sandstein, welcher im Reusstal Mächtigkeiten bis über 1500 m erreicht. Im oberen Altdorfer Sandstein treten lokal bis grobkonglomeratische Bänke und Schmitzen auf, das Gruontal-Konglomerat, während im unteren Teil die für die jüngeren, d.h. oligozänen Vorkommen von Taveyannaz-Sandstein charakteristischen, vulkanischen Einschlüsse (Porphyrites arborescente) zu beobachten sind.