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Gotlandium Thüringens

Jaeger, H.

Kurzfassung

Es wurde berichtet über geologische und paläontologische Untersuchungen, besonders des höheren Gotlandiums und der Gotlandium/Devon-Grenze (vgl. auch JAEGER, Z. Geologie, 4, 4, S. 416-432, Berlin 1955). Über das tiefste Gotlandium liegen keine neuen Beobachtungen vor. Die stratigraphischen Ergebnisse werden in Tab. 1 veranschaulicht. Nach der Graptolithenfauna entsprechen die Oberen Graptolithenschiefer nicht dem ganzen Ludlow, sondern nur dem Ober-Ludlow (egamma Zentralböhmens). (Die untere Grenze liegt noch im höchsten Mittel-Ludlow.) Sie lassen sich in 3 Graptolithenzonen gliedern (Tab. 1). Der Ockerkalk ist nicht Wenlock und höheres Valent, sondern hauptsächlich (regional in Totalität) Mittel-Ludlow und höheres Unter-Ludlow. Prä-ludlowischer Ockerkalk kommt vor, ist aber mengenmäßig geringfügig. Der Ockerkalk bildet einen durchgehenden Horizont, kann jedoch relativ mächtige Schiefermassen aufnehmen (bis zu 50% der Gesamtmächtigkeit). Es ist deshalb zweckmäßiger, von Ockerkalk-Gruppe zu sprechen als der stratigraphischen Einheit. Das bisher allgemein behauptete Auskeilen des Ockerkalkes nach E wird durch die neuen Untersuchungen nicht bestätigt. - Entsprechend diesen Umstufungen kann die Hangendgrenze der Unteren Graptolithenschiefer bis ins mittlere Unter-Ludlow hinaufwandern. Die Kieselschiefer sind nicht beschränkt auf das untere und mittlere Valent, sondern sie reichen ins Wenlock, örtlich sogar bis ins Unter-Ludlow hinein. Tektonik: Die vor allem durch Wo. SCHMIDT vom Schwarzburger Sattel und vom S-Abschnitt der NW-Flanke des Bergaer Sattels beschriebene marine Kontinuität und Konkordanz Gotlandium/Devon wurde bestätigt und darüber hinaus erstmalig nachgewiesen für den N des Bergaer Sattels und die Vogtländische Mulde.