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Stratigraphische Untersuchungen im Paläozoikum der nordspanischen Provinz Palencia

Theurkauf, E.

Kurzfassung

An Hand von Einzelprofilen und Kartierung wird die Schichtenfolge der Antiklinale von Ventanilla (Nordspanien) erläutert. Unterdevonisch sind: der Kalkstein bei San Martin (Gotlandium? bis Unterdevon), Quarzit von Cervera (Mittel- oder Ober-Siegen), Flaserschiefer von San Martin (Unter-Ems), Rotschiefer von Ruesga (Unter-Ems), Nestrada-Sandstein (Ober-Ems), Gelbschiefer und Sandsteine mit einer Bank, reich an Uncinulus pila (Ober-Ems). Die Einstufungen sind zum Teil faunistisch gesichert. Ems wurde für die Provinz Palencia erstmalig in Fossilien nachgewiesen. Das Mitteldevon beginnt mit Riffkalken (Eifel, z. T. Givet). Im Mitteldevon wird starker Fazieswechsel deutlich: ausgedehnte Riffkalke und als Sedimente tieferer Meeresteile Bänder- und Dunkelschiefer. Im höheren Mitteldevon tritt mit dem Conchidium-Sandstein sandige Fazies auf, daneben noch dunkle Schiefer. Die Fauna der sandigen Fazies hat unterdevonischen Habitus. Das höchste Mittel- bis tiefere Oberdevon ist durch oolithische Eisenerze vertreten. Für das Oberdevon (Frasne) sind zwei Faziesgebiete zu unterscheiden mit Frasne-Kalken und mit den Mergelschiefern von Ventanilla. Das höchste Frasne bis Unter-Famenne ist durch den Ribera-Sandstein vertreten. Darauf folgt der Marbe-Griotte (= Buntkalk). Er ist jünger als Pericyclus-Stufe und wird vom Oberdevon vermutlich durch eine Schichtlücke getrennt, die das höhere Famenne und das Unterkarbon I und II umfaßt. Auf den Marbre-Griotte folgen helle Kalke des Ober-Visé, durch Korallen belegt, darauf Caliza de Montaña (Bergkalk) des Namur. Diese Kalke setzen sich kontinuierlich wahrscheinlich bis ins Westfal hin fort. Bei Ruesga treffen wir auf "Kulm"-Sandsteine, die möglicherweise ins Westfal zu stellen sind, ebenso die "Kulm"-Tonschiefer nördlich der großen Ribera-Störung.