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Lagerstättenbildung im Rahmen des Geosynklinalvulkanismus

Cissarz, A.

Kurzfassung

Die Lagerstättenuntersuchungen der vergangenen Jahre haben gezeigt, daß dem Geosynklinalvulkanismus eine wesentlich größere Bedeutung bei der Lagerstättenbildung zugesprochen werden muß, als früher angenommen wurde. Neben Eisenerzlagerstätten verschiedener Art stehen auch unterschiedliche Sulfidlagerstätten mit ihm in genetischem Zusammenhang. Auch in den Dinariden hatte der Geosynklinalvulkanismus sowohl innerhalb der paläozoischen als auch innerhalb der mesozoischen Geosynklinale eine Lagerstättenbildung im Gefolge, und es treten hier Eisenerzlagerstätten und Sulfidlagerstätten verschiedener Art auf. Diese Lagerstätten zeigen mancherlei Abweichungen vom Normaltyp geosynklinaler Erzbildungen. Die Verschiedenheit dieser Lagerstätten in bezug auf geologisches Auftreten und Paragenesen gibt mancherlei allgemeine Hinweise auf die Bildungsbedingungen geosynklinaler Lagerstätten. In der paläozoischen Geosynklinale entstanden im oberen Unterdevon oder im unteren Mitteldevon ausgedehnte Lagerstätten von Fe-Silikaten am Westrande des Pelagonischen Massivs. Sie sind durch starke diagenetische Umwandlungen gekennzeichnet. In der triassischen Geosynklinale bildete sich neben einer Anzahl kleinerer Vorkommen das große Eisenerzlager von Vares in Bosnien. Die Lagerstätte hat im Liegenden ein mächtiges Sideritlager mit Barytbegleitung, darüber folgt eine Kramenzelkalkschicht und über dieser ein Roteisenlager vom Lahn-Dill-Typus. Beide Lagerstätten verdanken ihre Entstehung Zufuhren aus dem Geosynklinalvulkanismus. Zufuhren in Form von FeCl3 und SiCl4 werden nicht mehr angenommen. Vielmehr dürfte das Fe in Form von Bikarbonat oder als hydrolysierte Fe-Silikate zugeführt worden sein. Der unterschiedliche Mineralaufbau der verschiedenen Lagerstätten beruht in erster Linie auf den verschiedenen Ausfällungsbedingungen bei der marinen Ablagerung. Allgemein erfolgte der Niederschlag im pH-Bereich von 7-7,8. Die Eisensilikate scheiden sich dabei im Gebiete des Umschlages von Reduktions- zu Oxydationspotential oder bei schwachem Reduktionspotential ab. Siderit wird bei Reduktionspotential und Hämatit bei Oxydationspotential gebildet. Die Art der abgeschiedenen Mineralien hängt daher bei gleicher Art der zugeführten Lösungen im wesentlichen vom Vorhandensein oder Fehlen von O2 ab. Die Intensität der späteren diagenetischen Umwandlungen ist abhängig von der Stabilität der Primärbildungen, von der Menge der mitsedimentierten organischen Substanz und von der Durchlässigkeit und der Sedimentationsgeschwindigkeit der überlagernden Sedimente.