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Zur Geologie von Chile

Zeil, W.

Kurzfassung

Der Vortragende berichtete über eine einjährige Tätigkeit als Gastforscher an der Universidad de Chile in Santiago, die von der Deutschen Ibero-Amerika-Stiftung in Hamburg vermittelt und von der Deutschen Forschungsgemeinschaft unterstützt wurde. Nach einem kurzen Überblick über die morphologische Gestaltung Chiles wurde die Situation der geologischen Forschung und Ausbildung des Nachwuchses in Chile berührt. Ein eigentliches Geologiestudium ist an der chilenischen Staatsuniversität erst seit etwa 5 Jahren möglich; vorher gab es nur die Laufbahn des Bergingenieurs. Dementsprechend ist die Ausbildung auch heute noch recht lückenhaft. Die Orientierung in der Geologie geht ganz nach den USA. und nicht mehr nach Europa. So wird u. a. wichtige europäische Fachliteratur seit mehr als zwei Jahrzehnten nicht mehr bezogen. Dies ist bedauerlich, weil ein bedeutender Anteil der Grundlagenforschung in Chile wie auch in den übrigen Kordillerenländern Südamerikas von Europäern durchgeführt wurde. Während des Aufenthaltes in Chile wurden von dem Vortragenden fünf größere Unternehmungen durchgeführt, die vom Rektor der Universidad de Chile, Sr. JUAN GOMEZ MILLAS, wie auch von der Empresa Nacional de Petroleo eine ungewöhnliche großzügige Unterstützung fanden: 1. Untersuchung zur Sedimentation in der Magallanes-Geosynklinale (Südchile) mit besonderer Berücksichtigung des Flysch. 2. Stratigraphisch-petrographische Bearbeitung verschiedener Kalkvorkommen in der Porphyrit-Formation Mittelchiles (Prov. Santiago und Aconcagua). 3. Bearbeitung eines 90 km langen Profils in der Hochkordillere östlich von Vallenar (Prov. Atacama). 4. Geologische Erkundung in der Küstenkordillere zwischen Chañaral und Taltal (Prov. Atacama und Antofagasta). 5. Bearbeitung des vermutlich größten Geysir-Vorkommens der Anden westlich der Vulkangruppe des Tatio (Prov. Antofagasta). Über die Ergebnisse dieser Unternehmungen wird nach der Auswertung des Materials ausführlich berichtet werden.