Original paper

Über Bau und Bildung der alpinen Salzlagerstätten, die zufolge ihrer eigenartigen Zusammensetzung und durch ihr Auftreten an "Brennpunkten" des nordalpinen Orogens zu den problemreichsten ihrer Art gehören.

Schauberger, O.

Kurzfassung

Nach einem kurzen Überblick über die regionale Verbreitung des alpinen Salinars, das sich innerhalb der Nördlichen Kalkalpen über eine Entfernung von rund 370 km in vornehmlicher Verknüpfung mit der "Hallstätter Entwicklung" erstreckt, charakterisierte der Vortragende die alpinen Salzgesteinstypen, wobei die bisherige Gesamtbezeichnung "Haselgebirge" auf eine bestimmte Gesteinstype beschränkt wird, die z.B. in Hallstatt mit 45%, in Berchtesgaden mit nur 38% an der Lagerstätte beteiligt ist. Die früher für undurchführbar gehaltene Stratifizierung des Alpensalzes konnte an Hand von Leitschichten, die trotz intensiver fließtektonischer Umformung und wiederholter Ummineralisation erhalten geblieben sind, zuerst in Hall statt und dann auch in allen übrigen alpinen Salzbergen vorgenommen werden. Allerdings handelt es sich weniger um eine altersmäßige als vielmehr um eine fazielle Aufgliederung, in der die starken kontinentalen Einflüsse während der Salzbildung entsprechend zum Ausdruck kommen. In einer erstmalig gezeigten "Schematischen Gegenüberstellung der alpinen Salzschichtfolgen" zwischen Hall i. Tirol und dem Bosruck i. Oberösterreich ist eine gewisse Symmetrie der salinaren Entwicklung erkennbar, nämlich eine in sich zwar stark gegliederte, aber doch einheitliche Salzwanne mit zwei Schwerpunkten größten marginalen Einflusses und stärkster Eindampfung im Raum von Hallstatt und Altaussee, wo das polyhalitführende "Rotsalzgebirge" seine größte Mächtigkeit erreicht. Von hier aus nimmt gegen W wie auch gegen E die küstennahe Salzfazies des "Grüntongebirges" bei wachsendem sandigem Einschlag immer mehr zu. Die völlige Übereinstimmung der von W. KLAUS (Wien) bearbeiteten alpinen Salzsporen mit jenen des Zechsteinsalzes nötigt dazu, die alpinen Salzlager entgegen der bisherigen Auffassung ebenfalls ins Oberperm zu stellen, so daß SEIDL in diesem Punkt recht behält. Damit ist aber auch die untere quarzitische Stufe der Werfener Schichten noch als permisch anzusehen und wahrscheinlich dem Grödener Sandstein gleichzustellen.