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Geologisch-petrographische Untersuchungen im Paläozoikum des Südschwarzwaldes (Lenzkirch-Schönauer Zone)

Schäfer, M. G.

Kurzfassung

Schichtgesteine des Paläozoikums (Schiefer, Grauwacken und Konglomerate) durchziehen in schmaler Zone von Badenweiler bis Lenzkirch das Grundgebirge des Südschwarzwaldes. Nachdem der Westteil der Sedimentzone (von Badenweiler bis Böllen, südlich des Feldbergs) neu aufgenommen war (KATHOL 1948), wurde nun auch die ältere Sedimentserie im Ostteil untersucht. Im Ostteil stehen zwei Gesteinsserien unterschiedlichen Alters an (im Nordteil der Zone eine ältere, südlich anschließend eine jüngere), die Unterschiede in petrographischer, tektonischer und paläontologischer Hinsicht aufweisen. - Die Gesteine der älteren Serie erweisen sich als gefaltet, verschiefert und metamorphosiert, während die Gesteine der jüngeren Serie sich überwiegend aus massigen Grauwacken, weniger aus tonschiefrigen Schiefern zusamensetzen. - E-W streichender, steilstehender Faltenbau der älteren Serie steht nach Süden erfolgte Überkippung und schwache Einmuldung der zweigeteilten jüngeren Serie gegenüber. Bestimmbare Fossilien sind nur aus der jüngeren Serie bekanntgeworden. Wichtig ist ein Protocanites lyoni, wodurch altkulmisches Alter der jüngeren Serie erwiesen ist. Über die stratigraphische Stellung der älteren Serie können nur Vermutungen angestellt werden, die auf einem Vergleich dieser Gesteine mit ähnlichen in den Vogesen beruhen, die aber auch die magmatischen, sedimentären und tektonischen Vorgänge in der Region des Südschwarzwaldes berücksichtigen. Im Südschwarzwald und in den Vogesen sind den Sedimenten (beide stimmen in ihrer faziellen Ausbildung überein) lagergangartig Gänge basischen Materials (Metabasite) eingelagert. Außerdem mergelige Linsen, im Schwarzwald kontaktmetamorph zu Kalksilikatfelsen geworden, in den Vogesen kaum umgewandelt und gelegentlich Calceola sandalina führend. Dies spricht für unter-mitteldevonisches Alter der älteren Serie (Eifelstufe). Der Faltenbau der devonischen Gesteine im Südschwarzwald entstand im Zuge der mitteldevonischen Phase, während in der bretonischen Phase die Sedimente unter gleichzeitiger Intrusion des Randgranits von Norden her überschoben wurden (Südschwarzwälder Überschiebung). Die im Tournai abgelagerten Sedimente um Schönau wurden mittelkulmisch gefaltet und nach Süden überkippt. Erst während der sudetischen Phase wurden das Konglomerat und die Schiefer des Visé um Lenzkirch schwach eingemuldet.