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Geologische Beobachtungen auf Cuba

Krömmelbein, K.

Kurzfassung

Im Jahr 1956 konnte der Verf. als geologischer Begleiter von Prof. Dr. H. LEHMANN (Geograph. Inst. d. Universität Frankfurt a. M.) während dreier Monate in der Sierra de los Organos (West-Cuba) arbeiten. Zwar dienten diese Untersuchungen einem karstmorphologischen Ziel, doch konnten einige Beobachtungen allgemeinen Interesses gemacht werden. Die oberjurassisch-kretazische Schichtfolge wird in der Reihenfolge 4. Habana-Schichten, 3. Vinales-Kalk, 2. Jagua-Schichten, 1. Cayetano-Schichten als normal-stratigraphische angenommen (vgl. hierzu z. B. STILLES Einf. i. d. Bau Amerikas 1940, S. 326). In den Cayetano-Schichten wurden erstmals marine Fossilien aufgefunden [Trigonia (Vaugonia) sp.], die (neben stratigraphischen Hinweisen) auf etwa Dogger-Alter schließen lassen (vgl. KRÖMMELBEIN 1956, Senck. leth., 37, S. 331). Die Sierra de los Organos ist im großen gesehen ein Antiklinorium mit meist unterdrücktem Südflügel (nach VERMUNT, Geology of the Province Pinar del Rio, Cuba 1937), Jedoch durch Schuppung mehrfach wiederholtem Nordflügel. Im Gegensatz zu früheren Ansichten wurde dieser Nordflügel als in sich zusammengeschuppt erkannt; die Überschiebungsbahnen sind häufig durch Serpentin und oberkretazische Habana-Schichten, zuweilen auch hoch-metamorphe Glimmerschiefer gekennzeichnet. Über die Geologie des problemreichen Gebietes wurde bereits kurz berichtet ("Erdkunde", 10, S. 185, 1956). Eine eingehendere Bearbeitung ist in Vorbereitung.