Original paper

Neue Kartierungsergebnisse aus dem Paläozoikum des Marburger Hinterlandes

Ziegler, W.

Kurzfassung

Die paläozoischen Blattanteile der Karten 1:25 000 Bl. Marburg a. d. Lahn und Bl. Wetter wurden 40 Jahre nach der Erstkartierung durch E. KAYSER von G. BISCHOFF und W. ZIEGLER neu kartiert. Das durch Monograptiden belegte Gotlandium an der Dammühle westlich Marburg (Unter-Ludlow) wurde oberflächig anstehend nicht angetroffen, aber erschürft Eine Überschiebung von Erbslochschiefern (Siegen-Stufe) auf oberdevonische (Adorf-) Kieselschiefer, -kalke und Kalke brachte Schubfetzen von gotlandischen Gesteinen zutage. Die Stratigraphie des Marburger hercynischen Unterdevons wurde mit Hilfe von Conodonten bestätigt. Ober den liegenden Erbslochschiefern liegt die kalkige Erbslochgrauwacke (Grenze Siegen/Ems), darüber folgen der Kalk mit Uncinulus princeps und der Schönauer Kalk (Unterems). Der darauffolgende, dem Harzer Dalmatienkalk äquivalente, Dalamnitenknollenschiefer reicht wahrscheinlich bis ins tiefste Mitteldevon und unterlagert einen geringmächtigen Kalk, dessen Conodonten ihn als altersgleich mit dem Ballersbacher Kalk erweisen. Das obere Mitteldevon ist nur auf Blatt Wetter (kartiert v. G. BISCHOFF) als dunkle, tuffitische Kalke mit zwischengeschalteten Tuffen und Schiefem ausgebildet. Das Hangende dieser Kalke bildet die 4-6 m mächtige Amönauer-Buchenauer Tuffbrekzie. Darüber folgen dann noch wenige m feiner tuffitisch werdende Kalke. Diese Serie - die sog. Buchenauer Schichten - galten seither als tief oberdevonisch, reiche Conodontenfaunen erweisen Jetzt jedoch hochmitteldevonisches Alter. Die Adorfstufe beginnt mit einem dünnen Konglomeratbänkchen aus gelbem Dolomit, darüber folgen Kalke und Schiefer des toIalpha-delta. In die Adorfstufe gehören auch zwei seither z. T. unbekannte Kalkvorkommen den Flanken das Marburger hercynischen Unterdevons am südlichen Blattrand von Bl. Marburg. Im höheren Oberdevon sind im Kartierungsbereich zwei Faziesgebiete abzuscheiden: Im nordwestlichen Faziesbereich liegt über der Adorfstufe eine Wechsellagerung von Kalken, Schiefem und Rotschiefern mit Kalklinsen, die in die Nehdenstufe gehören. Darüber folgen nicht näher zu unterscheidende Sandsteine und Schiefer des höheren Oberdevons. Der südöstliche Faziesbereich umfaßt die Serie der von KAYSER ins Silur gestellten "Urfer Schichten". Diese wurden mit Hilfe von Conodonten gegliedert und neu eingestuft.