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Die geologischen und wirtschaftlichen Ergebnisse der letztvergangenen 4jährigen Aufschlußperiode auf Erdöl und Erdgas im Rheintalgraben

Wirth, E.

Kurzfassung

In der Zeit vom 1. Januar 1953 bis 31. Dezember 1956 wurden im Rheintalgraben auf Erdöl und Erdgas 355 525 Bohrmeter abgeteuft, davon 257 925 m im deutschen, 97 600 m im französischen Anteil. Im gleichen Zeitraum wurden 13 Ölfelder und 7 Erdgasfelder neu erschlossen. Die Gasfelder befinden sich sämtlich im deutschen Gebiet, und zwar in Hessen und Rheinhessen: Eich, Stockstadt, Pfungstadt, Wolfskehlen, Groß Gerau, Büttelborn, Darmstadt. Produktiv sind 1. die obersten Hydrobienschichten (Aquitan), 2. Sande eines nicht genau einstufbaren jüngeren Miozäns, 3. Sande im tiefen Pliozän. Die Ölfelder sind über den ganzen Graben verteilt: Auf deutscher Seite sind es die Lagerstätten von Stockstadt, Rot, Wattenheim, Dudenhofen, Landau, Huttenheim, Minfeld. Mit Ausnahme des Feldes Rot, das aus dem Lettenkeuper produziert, und der neuerschlossenen Weingartener Rhätscholle fördern die Felder aus tertiären Speichern (Bunte Niederröderner Schichten, Graue Schichtfolge, Pechelbronner Schichten). Auf französischer Seite sind es die Vorkommen von Scheibenhard, Sufflenheim, Schirrhein, Hagenau, Eschau, Reiningen. Die 3 erstgenannten fördern aus der Grauen Schichtfolge bzw. Pechelbronner Schichten, Hagenau aus Dogger delta, Eschau aus Hauptrogenstein, Reiningen aus Rauracien. Die Erdölproduktion des gesamten Rheintals steigerte sich von 58 573 t in 1952 auf 143 644 t in 1956. - Die Erdgasproduktion, die 1954 einsetzte, belief sich 1956 auf rd. 60 Mill. Normalkubikmeter. An der Exploration hatte die Geophysik einen entscheidenden Anteil. Der weitaus größte Teil des Rheintalgrabens ist, vielfach sehr detailliert in mehreren Kampagnen, reflexionsseismisch untersucht. Diese Arbeiten haben zur Auffindung einer großen Anzahl meist monoklinaler Strukturen geführt. Die Bohrtätigkeit spielte sich in bestimmten Schwerpunktsgebieten ab: Zwischen Lörrach und Müllheim, im Raume Offenburg-Kehl, zwischen Karlsruhe und Wiesloch, in der südlichen Pfalz vor allem um Landau, in Hessen und Rheinhessen. Der elsässische Rheingraben wurde recht gleichmäßig in seiner ganzen Länge bearbeitet.