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Die Kalisalzlagerstätte von Königshall-Hindenburg

Hentschel, Joachim

Kurzfassung

15 km nordnordöstlich von Göttingen ist bei Reyershausen auf der östlichen Randhochfläche des Leinetalgrabens das Salzgebirge des Zechsteins durch die Schächte Königshall und Hindenburg aufgeschlossen. Unter 600 m mächtigem Deckgebirge (su + sm) ist (vom Liegenden zum Hangenden - Gliederung nach RICHTER-BERNBURG) die Staßfurt-Serie (Z2) mit dem Flöz Staßfurt, die Leineserie (Z3), jedoch ohne Kalilager, und die Allerserie (Z4) entwickelt. Von der Basis des Staßfurt-Steinsalzes (Na2) bis zur Basis des Buntsandsteins beträgt die Normalmächtigkeit des salinaren Zechsteins 320 m. Nach Besprechung der besonderen stratigraphischen Merkmale der einzelnen Stufen wurde die Tektonik der Lagerstätte behandelt. Sie wird in erster Linie von einer Hauptsattelstruktur bestimmt, die bei mehrfacher Änderung ihrer Streichrichtung in mehr oder weniger nordsüdlicher Richtung das Grubenfeld durchzieht. Etwa in der Mitte taucht die Sattelachse von NW und SE in eine tiefe, NE-SW-streichende Quermulde ab. In diesem Bereich ist die nordöstliche Sattelflanke nach NE überkippt. Durch das Abreißen der Hangendschichten des Kalilagers (Grauer Salzton und Hauptanhydrit) kam es zu einer Aufschiebung eines doppelt liegenden, stark ausgewalzten Kalilagers auf das Leinesteinsalz (Na3) der abgesunkenen NE-Scholle. Nach NW und SE klingt die Aufschiebung und die Überkippung der nordöstlichen Sattelflanke aus. In beiden Richtungen entwickelt sich ein normal gebauter Sattel mit gegensinnigem Einfallen der Schenkel. Der schon erwähnten NE-SW-streichenden Quermulde der Hauptsattelstruktur sind zwei flache Sättel gleicher Streichrichtung zugeordnet, die nordwestlich und südöstlich von ihr liegen. In ihrem Steinsalzkern (Na2) konnten Spalten beobachtet werden, die mit weißem, sekundärem NaCl verheilt sind. Weiterhin wurde die Faciesverteilung im Kalilagerhorizont (K2) besprochen. Besagte flache Sättel (mit Spalten im Na2) stehen in unmittelbarem Zusammenhang mit der Vertaubung des Kaliflözes (Anhydrit-Halit). Um die brotlaibförmigen Vertaubungszonen legt sich aureolenartig die Teilvertaubung (liegende Schichten des K2 anhydritisch-halitisch, hangende Schichten anhydritisch-sylvinitisch), die in die Sylvinit-Vollausbildung (Anhydrit-Sylvin-Halit) übergeht.