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Bericht über die Frühjahrstagung der Deutschen Geologischen Gesellschaft in München vom 28. Mai bis 2. Juni 1957

Author, Anonymous

Kurzfassung

A. M. SCHUPPLI, Zürich: Zur Geologie und den Erdölmöglichkeiten des Schweizer Molassebeckens (siehe diesen Band S. 599 und Kurzreferat "Erdöl und Kohle", 10, H. 10, S. 692, 1957). K. LEMCKE, München: Geologische Ergebnisse der Erdölexploration im westlichen deutschen Molassebecken (siehe diesen Band S. 593 und Kurzreferat "Erdöl und Kohle", 10, H. 10, S. 692, 1957). O. HEERMANN, Celle: Erdöl und Erdgas im ostbayerischen Molassebecken (Ausführlicher Aufsatz erscheint in einem der nächsten Hefte "Z. deutsch. geol. Ges.". Kurzreferat, siehe "Erdöl und Kohle", 10, H. 10, S. 696, 1957). S. PREY, Wien: Tertiär im Nordteil der Alpen und Alpenvorland Österreichs (siehe S. 624 und Kurzreferat "Erdöl und Kohle", 10, H. 10, S. 692, 1957). (Kurzreferat "Erdöl und Kohle". 10, H. 10, S. 695, 1957.) F. OSCHMANN, München: Stratigraphie, Paläogeographie und Fazies in der ostbayerischen Molasse und deren oberkretazischem Untergrund (Ausführlicher Aufsatz erscheint in einem der nächsten Hefte "Z. deutsch. geol. Ges.". Kurzreferat "Erdöl und Kohle". 10, H. 10, S. 692, 1957). H. FÜCHTBAUER, Gewerkschaf Elwerath, Erdölwerke Hannover: Sedimentpetrographische Untersuchungen in der deutschen und schweizerischen präburdigalen Molasse (Ausführlicher Aufsatz erscheint in einem der nächsten Hefte "Z. deutsch. geol. Ges.". Kurzreferat "Erdöl und Kohle", 10, H. 10, S. 693, 1957). K. GÖTZINGER, München: Versuch einer petrographischen Deutung von markanten Reflexionsspiegeln auf Grund von Schlumberger-Messungen und Bohrfortschrittskurven in der Beckenmolasse (Kurzreferat "Erdöl und Kohle", 10, H. 10, S. 693, 1957). H. HAGN, München: Beziehungen zwischen subalpiner Molasse und angrenzendem Helvetikum Diskussion: E. KRAUS gratuliert zu den schönen Ergebnissen. Man sieht jetzt die Reihe der in der Vortiefe nordwärts sich fortsetzenden Transgressionen und damit der wachsenden Randniederbiegung des europäischen Kontinentalrandes. Damit erkennt man die normale Fortsetzung der schon jungmesozoisch begonnenen tektonischen Migration in den Unternoggschichten zum Ultrahelvet-Wildflysch, dessen Verbreitung am Alpen-Nordrand Überlagerung der Wildflysch-Leimernfazies über dem Helvet ebenso wie die Zurechnung der Unternoggschichten zum Ultravelvet-Wildflysch, dessen Verbreitung am Alpen-Nordrand Sprecher von der Schweiz bis nach Österreich nachgewiesen hat. Diese stark gestörte bunte Fleckenmergel- und Schwarzmergelzone mit Blöcken, Geröllen und Sandmassen exotischen Kristallins usw. ("helvetische Zwischenzone", "Teisendorfer Fazies") hat überall die gleiche Altersspanne zwischen Campan oder Maastricht bis Untereozän, besitzt überwiegend Sandschaler und hat als Fußvorschüttung der mit einem kristallinen Inselschwellenrand damals rel. heranrückenden Sigiswanger Flyschdecke zu gelten. (Ausführlicher Aufsatz erscheint in einem der nächsten Hefte "Z. deutsch. geol. Ges.". Kurzreferat "Erdöl und Kohle", 10, H. 10, S. 694, 1957). U. REIN, Krefeld: Pollenanalytische Untersuchungen zur Stratigraphie der Molasse. An Hand einer schematischen Darstellung der Stratigraphie wird der Gehalt an Sporomorphae in den Schichtfolgen der bayerischen Molasse erläutert. Unter Vorführung mehrerer Tafeln mit den beobachteten Sporomorphae sowie einzelner Pollendiagramme wird der derzeitige Stand der pollenanalytischen Untersuchungen, soweit diese beim Geologischen Landesamt, Krefeld, durchgeführt werden, dargestellt. Ausgehend von der Flözfeinstratigraphie mit Hilfe der Pollenanalyse im mittelmiozänen Rheinischen Hauptflöz wurden die geologischen und lagerstättenkundlichen Anwendungsmöglichkeiten dieser Methode auch bei der Suche nach Braunkohlenflözen in der Bayerischen Rhön angewendet. Die Einstufung der bis 230 m Höhe umfassenden Bohrprofile in das obere Helvet bis Pont konnte hier dank des auch in den vertonten Tuffiten vorhandenen Pollengehaltes erfolgen. Ebenso wurde zur Erfassung der Ablagerungsvorgänge im Naab-Tertiär die Pollenanalyse herangezogen. Mit ihr sollen die Zusammenhänge über die Bildung der zahlreichen Braunkohlen- und Ton-Vorkommen von Helvet/Torton-Alter in der bayerischen Oberpfalz geklärt werden. Als von etwa gleichem Alter und mit annähernd gleicher Pollenführung erwiesen sich die eingehend untersuchten Braunkohlenbildungen zwischen der OMM und OSM in Niederbayern: z. B. bei Trostberg, Schwanenkirchen u. a. Demgegenüber zeigten Schichten an der Grenze von Sarmat zu Pont, z. B. bei Irrsee, St. Radegund u. a., die typische Pollenzusammensetzung des obersten Miozäns. Die Untersuchungen im Bereich der Pechkohle führenden Cyrenen-Schichten der USM galten ganz allgemein dem Gehalt an Sporomorphae und seiner Bedeutung für die Stratigraphie. Im besonderen sollen die Pollenspektren zur Identifizierung der Flöze und Mittel in den einzelnen Mulden, zur Gleichstellung der Flöze in den verschiedenen Mulden und zur Unterscheidung der Oberen von der Unteren Bunten Molasse herangezogen werden. Wenn sich auch teilweise eine ausreichende Pollenführung ergab, so ließ die Identifizierung doch manchmal zu wünschen übrig. Sobald größere Materialmengen und weitere Probenfolgen bearbeitet sein werden, dürften die sich abzeichnenden Ergebnisse gesichert sein. Schon Jetzt zeigen einzelne Pechkohlenflöze charakteristische Pollenspektren, ebenso wie auch die Flözfolgen, z. B. in der Nonnenwaldmulde bei Penzberg, bemerkenswerte Entwicklungen in der Pollenzusammensetzung erkennen lassen. R. WAGNER, Memmingen: Untere Meeresmolasse aus Bohrungen längs der Iller (Kurzreferat "Erdöl und Kohle", 10, H. 10, S. 694, 1957). S. SCHIEMENZ, München: Die Ursachen der Repetitionsschichtung in der Molasse Diskussion: E. KRAUS stimmt den schematischen Ableitungen für die exogenen Teilvorgänge in Flußbetten nur für Schichtmächtigkeiten der Schotter oder Mergel bis zu höchstens 1 m zu. Der große, in Vortiefen sehr vieler Gebirge entwickelte Sedimentations-Rhythmus mit scharf voneinander getrennten und bis über 30 m mächtigen Teilpaketen von Schotter, wenig Hangend-Sandstein und wieder oft 20-35 m mächtigen Landschnecken-Mergeln ist gerade gekennzeichnet durch das Fehlen jener, meist schräggeschichteten Grob-Feinkorn-Wechsel. Dessen an- und abschwellende Flußtransportkräfte können daher jenen Großrhythmus der mit "Riginen" gestreiften Molasseberge nicht erklären, der in der absinkenden Vortiefe 2 und 3 km mächtige fluviatile Schichtpakete beherrscht. Bisher scheint dem Sprecher seine 1933 gegebene Deutung durch eine mit der Absenkung und Spaltenbildung zusammenhängende Teilschollenbewegung noch nicht ersetzt zu sein durch eine bessere Erklärung. (Kurzreferat "Erdöl und Kohle", 10, H. 10, S. 695, 1957). H. JOHN, Hannover: Die Gliederung der deutschen Alpenvorlandsmolasse mit Hilfe seismischer Geschwindigkeiten Diskussion: Bei der Zunahme der Geschwindigkeit der seismischen Wellen in der Molasse-Vortiefe von N gegen S zeigen die diesbezüglichen Kurven zwar einen welligen Verlauf in gewisser Abhängigkeit von der Lage der subalpinen, zu Nagelfluhen verfestigten Schotterfächer. Wären diese aber alleiniger Grund für diese Zunahme, so müßten die Kurven gleicher Geschwindigkeit bedeutend schärfer verbogen sein. Daher dürfte die Vorstellung von H. REICH, daß der alpenwärts wachsende tektonische Druck im Sediment gleichfalls eine bedeutende Rolle spielt, zutreffen. ("Erdöl und Kohle", 10, H. 8, S. 493, und H. 9, S. 570, 1957).