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Struktur Kastl-Gendorf

Ganss, O.; Stephan, W.; Götzinger, K.

Kurzfassung

Beckmann, Heinz Die Struktur Kastl-Gendorf mit dem Burdigal-Gasfeld Gendorf lehnt sich an die Süd-Westflanke des Landshut-Neuöttinger Hochs an und wurde in den Jahren 1955 bis 1957 mit den Aufschlußbohrungen Kastl 1, 2 und 2 a sowie den Produktions- und Erweiterungsbohrungen Gendorf 2 bis 9 untersucht. Zur Zeit der Exkursion lief noch eine Erweiterungsbohrung, die tiefere Burdigal-Sande zwischen Gendorf 1 und Gendorf 2 in ihrem Ausstrich untersuchen sollte. Geologische Ergebnisse: Strukturell am höchsten steht die Bohrung Kastl 1, die unter normaler Tertiärfolge aus dem Lattorf in steilstehendes Oberkarbon kam. Die etwas strukturtiefer vor einer Störung angesetzte Kastl 2 und ihre Ablenkung 2 a kamen aus dem Lattorf in Turon mit einem über 20 m mächtigen Cenomansand, durchteuften darunter geringmächtige Unterkreide und wurden im Malm eingestellt. Die am weitesten südlich gelegene Aufschlußbohrung Gendorf 1 kam unter dem Lattorf in Malm von etwa 300 m Mächtigkeit und traf darunter Sandsteine und Arkosen an, die zum Oberkarbon gehören dürften. Die prätertiäre Oberfläche setzt sich also zusammen aus einem Horst von Oberkarbon, einer Platte von Malm und einer Mulde von Unter- und Oberkreide, die sich nach Westen vertieft und zwischen Hohenlinden und München wieder ausstreicht. Träger und Lagerstätten: Das Oberkarbon dürfte als Träger kaum in Frage kommen, da es diagenetisch stark verändert ist, kaum noch Porenvolumen besitzt und die Klüfte, soweit sie im Kern angetroffen wurden, mit Quarz oder Kalkspat verheilt waren. Der Malm zeigte keine Öl- oder Gasspuren, eine Kluftlagerstätte wäre möglich. Der Cenomansand zeigte in der Kastl 2 Ölspuren, die zu einer Prospektion anregen. Die Ablenkung Kastl 2 a traf den Sand leider ungünstiger und ganz verwässert an.