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Die Vererzung im Südschwarzwald.

Schürenberg, H.

Kurzfassung

Im Südschwarzwald sind etwa 200 Erz- und Mineralgänge bekannt, deren oberkarbonisches Alter nachgewiesen werden konnte. Sie setzen sowohl im prävaristischen Grundgebirge auf als auch in den unterkarbonischen Gesteinen der "Kulm-Mulde" und werden andererseits von permischen Porphyrdecken abgeschnitten. Tektonik und Vererzung sind sudetisch bis asturisch. Die Gangspalten stellen meist N-S bis NNE-SSW gerichtete Scherklüfte dar. Bei der Scherbewegung wurde jeweils der östlich liegende Gesteinsverband nach Süden verschoben. Am Schauinsland und im Gebiete des Untermünstertals sind außerdem noch meist kurze NE-streichende Fiederspalten vererzt. Eine Zuordnung der Vererzung zu den bekannten, an der Oberfläche aufgeschlossenen Granitintrusionen ist nicht möglich. Die Gänge werden als mesothermale Bildungen aufgefaßt, deren zugehörige Hochplutone in ihrer Lage heute noch unbekannt sind. Fast sämtliche Gänge weisen 2 Hauptvererzungsphasen mit Gangarten und Sulfiden auf, wobei die 2. Phase meist eine Rekurrenz in verringertem Umfange der 1. Phase darstellt. Auf zahlreichen Gängen tritt noch untergeordnet eine 3., vorwiegend karbonatische Phase mit wenig Sulfiden auf. Es lassen sich im Gesamtgebiet Verbreitungsbereiche einzelner Mineralien deutlich abgrenzen, vor allem für Arsenkies, Zinkblende, Flußspat und edle Silbererze. Wenn auch fast alle Gänge der Blei-Silber-Zinkformation angehören, sind doch Unterschiede in der Mineralführung deutlich genug, um eine Unterteilung in 8 Typengruppen vornehmen zu können. Die Gänge der einzelnen Gruppen besitzen jeweils gleiche oder ähnliche Streichrichtungen. Hieraus kann abgeleitet werden, daß sie auch jeweils gleichen tektonischen Systemen angehören und bei gleichen Öffnungszeiten auch gleiche Mineralzufuhren erhielten. Meist sind diese Gruppen auf regional deutlich begrenzte Gebiete beschränkt, die sich nur im Untermünstertal stellenweise überschneiden.